WinLink

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WinLink, auch WinLink 2000 bzw. WL2K genannt, ist ein weltweites Netzwerk zur Übermittlung von E-Mails vor allem über die Kurzwelle. Nutzer sind überwiegend Segler, aber auch Expeditionen, Mitarbeiter von Missionen oder Forschungsteams. WinLink bietet auch dann noch Kommunikationsmöglichkeiten, wenn die reguläre IT-Struktur (z. B. Mobilfunk, Festnetz) nicht mehr zur Verfügung steht - etwa bei Not- und Katastropheneinsätzen, im australischen Outback oder auf hoher See.[1]


Inhaltsverzeichnis

Hohe Redundanz, geringer Lernaufwand

Kernstück des WinLink-Systems sind fünf gespiegelte, redundante und über Notstromversorgung gesicherte Common Message Server (CMS) - mit den Standorten Wien (Österreich), Perth (Australien), Halifax (Kanada), San Diego (California, USA) und Brentwood (Tennessee, USA). Sie sorgen dafür, dass das System auch in Betrieb bleibt, wenn das Internet großflächig ausfallen sollte. Als Zugang zum System dienen neben vielen sogenannten Radio Message Servern (RMS) in den USA, Europa, der Karibik und auf den Kanaren (siehe Karte "HF Gateways" (PACTOR/WINMOR) bzw. Karte "VHF/UHF Gateways" (Packet)) auch Telnet- und Web-Zugänge über das Internet oder z. B. über das HAMNET.

Da WinLink de-facto E-Mail (IETF RFC 2821) als Format verwendet, lassen sich auch Anhänge (Dateien, Bilder, Dokumente) verschicken. Die Bedienung ist somit ohne besonderen Lernaufwand möglich. Des weiteren bietet Winlink eine Vielzahl von Zusatzdiensten an, z.B. können grafik- und textbasierte Informationen wie Wetterdaten eingeholt sowie Positionsmeldungen (APRS) gesendet werden. Gearbeitet wird überwiegend auf der Kurzwelle in den Betriebsarten PACTOR und WINMOR sowie im VHF/UHF-Bereich über Packet Radio.

WinLink wird ausschließlich von lizensierten Funkamateuren betrieben und ist nicht-kommerziell (Non-Profit-Projekt der Amateur Radio Safety Foundation,Inc.). Die Nutzung des Systems und aller Software ist kostenlos.


Auch bei Hilfsorganisationen und staatlichen Stellen weltweit im Einsatz

WinLink wird ständig weiterentwickelt und hat inzwischen auch Nutzer außerhalb der Gemeinschaft der Funkamateure gefunden, insbesondere im Notfunk- und Katastrophenschutzsektor. So gehören zu den WinLink-Nutzern (Liste nicht vollständig): die American Radio Relay League (ARRL), ARES® (Amateur Radio Emergency Service) und RACES (Radio Amateur Civil Emergency Service), der International Health Service, die Heilsarmee, die GA Baptist Relief Organisation, die britischen Cadet-Streitkräfte, der US-amerikanische Military Auxiliary Radio Service (MARS), die Vereinten Nationen und US-Bundesbehörden wie die NOAA oder die US-Küstenwache. Die "US Coast Guard (USCG)" fordert inzwischen etwa bei der Suche nach vermissten Schiffen die Unterstützung von über 7.500 WinLink-Benutzern an, die auf den Meeren unterwegs sind, mit durchweg positiven Ergebnissen. Darüber hinaus kam WinLink schon während und nach Tsunamis, Hurrikanen, Tornados[2] und anderen schweren Unwettern[3] zum Einsatz, wenn die üblichen Kommunikationsnetze ausgefallen waren. In der US-Presse bleiben solche Einsätze nicht unbemerkt, entsprechende Berichte werden sogar im US-Repräsentantenhaus und im Weißen Haus gewürdigt.

Auch für das Department of Homeland Security ist WinLink 2000 das Netzwerk der Wahl. Die MARS-Sektionen der US-Army, der Air Force und der Navy haben mittlerweile ein weit verbreitetes, redundantes RMS-Gateway-Netz mit WINMOR-Stationen in den USA, Europa und dem Nahen Osten aufgebaut.


RMS Express

Jim Corenman, KE6RK, hat zur Nutzung des WinLink-Systems die Software RMS Express entwickelt, quasi das Nutzer-Endstück des WinLink-Systems. Die einfach zu bedienende und kostenlose Software mit integriertem virtuellen Modem (für PACTOR, WINMOR, Packet Radio und Telnet) steht zum kostenlosen Herunterladen hier zur Verfügung.


Weblinks

Einzelnachweise

  1. "Crew der "Bounty" durch PACTOR gerettet" - Bericht der ARRL News vom 01.11.2012, Übersetzung auf der Website von SCS
  2. "MARS Winlink in Tennessee Storms" (winlink.org) - Februar 2008 (engl.)
  3. "Winlink bei Unwettern im pazifischen Nordwesten erfolgreich", Bericht der ARRL, Übersetzung des Notfunk-Referates des Distrikts Württemberg (P) vom 17.12.2007
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