WSPR

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Das von Joe, K1JT, neu geschaffene Programm WSPR wird mit etwas Phantasie englisch wie ‚whisper’ („Geflüster“) ausgesprochen, sein richtiger Name ist Weak Signal Propagation Reporter. Mit seiner Hilfe können sehr schmalbandige Signale gesendet und durch eine hochspezialisierte Kodierung weit „unter der Grasnarbe“ nachgewiesen und entschlüsselt werden.

WSPR ist primär für den Bakenbetrieb gedacht, kann aber auch zum QSO-Fahren unter WSJT eingesetzt werden. Es ist nicht unüblich, dass mit Signalstärken von weniger als einem Watt mehrere tausend Kilometer überbrückt werden.

Die Frequenzen, die WSPR verwendet, sind fest programmiert: 136,0 kHz, 474,2 kHz, 1,8366 MHz, 3,5926 MHz, 5,2872 MHz, 7,0386 MHz, 10,1387 MHz, 14,0956 MHz, 18,1046 MHz, 21,0946 MHz, 24,9246 MHz, 28,1246 MHz, 50,293 MHz, 70,091 MHz und 144,489 MHz. Die möglichen Sendefrequenzen liegen - von der Software her bedingt - im Bereich von 1400 bis 1600 Hz oberhalb der oben genannten "dial frequencies". D. h., dass zum Beispiel im 630-m-Band damit der Bereich von 475,6 bis 475,8 kHz für WSPR zur Verfügung stünde.

Die WSPR-Aussendungen sind mit 4FSK moduliert. Man braucht schon ein sehr gutes Gehör, damit man bei 1,46 Hertz Shift überhaupt mitbekommt, dass die ca. 6 Hertz breiten WSPR-Signale nicht nur Träger sind. Zudem ist das Signal sehr langsam kodiert. Die Aussendungen erfolgen in semi-zufälligen Intervallen, was den gleichzeitigen Kontakt bis zu (theoretisch) 100 oder mehr Stationen in einer vorgegebenen 10-minütigen Periode ermöglicht.

Die Leistungen betragen 5 Watt und weniger. Gesendet werden Rufzeichen, Grid Locator und zwei Digits, die angeben, mit welcher Sendeleistung in dB über 1 mW gesendet wird. Auf der Empfangsseite wird ein SNR-Wert (relativ zum Rauschen in einem 2,5 kHz breiten Bereich) errechnet. Diese Daten werden dann per Internet an die Seite www.wsprnet.org übermittelt, wo sie frei zugänglich für alle sind und etwa für Ausbreitungsstudien oder für Antennenvergleiche etc. genutzt werden können. In WSPR ist kein Chat-Modus implementiert, aber man kann es dennoch (mit Einschränkungen) für QSOs benutzen ähnlich wie bei JT65.

Mit WSPR, das eine sehr starke Fehler-Vorwärtskorrektur ermöglicht, können noch Signale mit –28 dB unter dem Rauschen bzw. QRM-Pegel empfangen bzw. ausgewertet werden. So ermöglicht das Programm auch denjenigen OM, die nur mit geringer Leistung senden (QRP) oder nur über eingeschränkte Antennenmöglichkeiten verfügen, Empfangsrapporte aus den exotischsten Ländern zu erhalten.

Dank der digitalen Betriebsart WSPR kann aber auch jeder Funkamateur im weltweiten WSPR-Netz an der Erforschung der Ausbreitungs-Bedingungen teilnehmen.


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