WSJT

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WSJT

(Weak Signal communications, by K1JT) ist eine freie Amateurfunk-Software zur Kommunikation mit schwachen Signalen. Sie wurde vom Funkamateur und Nobelpreisträger für Physik Professor Joseph Hooton Taylor Jr. (K1JT) entwickelt. Die erste Programmversion datiert aus dem Jahr 2001. Unterstützt werden die Betriebsarten FSK441, JT65 (in älteren Versionen JT44) und – seit der Betaversion 7.01 – WSPR im QSO-Modus.

Funktionsweise

FSK441 wurde für Hochgeschwindigkeits-Meteorscatter-Verbindungen entwickelt und nutzt die kurzen ‚Pings’ aus, die durch Reflexionen an ionisierten Meteoroitenbahnen in etwa 100 Kilometern Höhe über der Erde entstehen. Diese ‚Pings’ liegen normalerweise ein paar Dezibel über dem Grundrauschen und können von 10 bis zu einigen 100 Millisekunden andauern. Für gewöhnlich nutzen Funkamateure diese Betriebstechnik während Meteorschauern. FSK441 macht somit Verbindungen von etwa 800 bis 2200 Kilometern auf den VHF-Bändern (50 MHz und 144 MHz) möglich.

JT65 hingegen wurde zum Dekodieren sehr leiser Signale mit annähernd konstanter Signalstärke entwickelt. Das Programm ist in der Lage, Signale zu verarbeiten, die 10 Dezibel und mehr unter dem Pegel liegen, der für eine Telegrafie-Verbindung benötigt wird. Somit ist JT65 die ideale Betriebsart für Troposcatter, Ionoscatter und EME-Verbindungen. Insbesondere kleinere Amateurfunk-Stationen profitieren davon, da EME-Verbindungen mit deutlich geringerem Aufwand als mit den bisherigen Methoden geführt werden können. Seit 2006 wird JT65A auch erfolgreich von zahlreichen QRP-Stationen auf Kurzwelle (zum Beispiel auf 14076 kHz USB) benutzt. Die Varianten JT65A, JT65B und JT65C unterscheiden sich in den gesendeten Tonintervallen.

Besonderheit

Im WSJT-Modus JT65 befindet sich eine Besonderheit, die bei der Dekodierung von extrem schwachen Signalen hilfreich ist. Der sogenannte "deep-search"-Modus. Dieser Modus ist für den Empfang einstellbar und ermöglicht einen Abgleich der empfangenen Signale mittels einer bekannten Signaturdatenbank, die in der Datei "call3.txt" zu finden ist. Somit wird es ermöglicht, Informationen anhand von Signaturen, ähnlich der Wiedererkennung von bekannten Informationen im menschlichen Gehirn, zu dekodieren.

Diese Funktion erhöht die Empfangsempfindlichkeit um etwa 3 Dezibel auf nahezu −28 Dezibel bezogen auf 2500 Hertz NF-Bandbreite.

K1JT beschränkte sich in WSJT auf einen begrenzten Suchbereich (in der Datei "call3.txt"), da aufgrund der der heute noch begrenzten Rechenleistung handelsüblicher PCs das durchprobieren aller möglichen Kombinationen sehr lange dauert. Mit der implementierten Suchroutine ist es möglich eine Dekodierung der erwünschten Informationen innerhalb kurzer Zeit auch auf leistungsschwachen PCs durchzuführen.

Eine Erweiterung der Datei "call3.txt" ist in der Software WSJT bzw. mit einem Texteditor unter Beachtung der dort eingestellten Syntaxregeln möglich.

JT6M ist für Meteor- und Ionosphärenscatter im 6-Meter-Band optimiert.

Aktuell (November 2009) liegt WSJT in der Version 7.03 für Windows, Linux und FreeBSD vor. WSJT ist ein Open-Source-Projekt; die ausführbaren Programmteile, Quellcodes und Programmbeschreibungen sind frei verfügbar und können auf andere Plattformen portiert werden.

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