Restriktionen

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(Stand: 05.04.2010, Jann DG8NGN).

Folgende Beschränkungen verhindern derzeit den großen Aufbau des HAMNET in Deutschland:

1. Aufbau als Standardanwendung im Amateurfunk im Rahmen der Verordnung zum Gesetz über den Amateurfunk $13 „Fernbediente oder automatisch arbeitende Amateurfunkstellen“ lässt lediglich bis zu 15 Watt ERP zu.

2. Der Frequenzbedarf an einigen Standorten übersteigt bereits jetzt die Verfügbarkeit an Frequenzen nach dem Musterantrag unter Verwendung des $16 Absatz 2 AFuV.

3. Die Laufzeiten vom Antrag einer automatisch arbeitenden Amateurfunkstelle (als Sekundärnutzer) bis zur Erteilung der Genehmigung sind extrem zu hoch. Bisher sind noch keine erteilten Genehmigungen bekannt



Zu 1.:

Möchte man eine für Amateurfunkverhältnisse stabile und schnelle Verbindung aufbauen, so benötigt man einen Empfangspegel von ca. -66dBm. Linkstrecken werden bevorzugt im 6cm-Band aufgebaut, wobei sich rechnerisch für 15 Watt ERP (41,76dBm) eine Planungsreichweite von ca. 14km ergibt. Für eine Planungsreichweite von 100km benötigt man ca. 500 Watt ERP (57dBm). Mit ISM-Parametern (1 Watt ERP bzw. 30dBm) schafft man 4km. Eine für uns weitaus flexiblere Lösung könnte eine Beschränkung der „Antenneneingangsleistung“ auf z.B. 1 Watt (30dBm) sein. Unter verpflichtender Angabe des Antennengewinns und Azimut, könnte die Behörde weiterhin die Leistungsbeschränkung kontrollieren.

Zu 2.:

Die bisher vorgeschlagenen Frequenzen für das HAMNET lassen sich in den Digitalbereich des Bandplans integrieren. Eine Trennung zwischen Digital- Bereich und ATV bzw. 10MHz- und 20MHz-Bandbreite erscheint nicht mehr zeitgemäß. Bereits heute wird ATV auf digitalen Linkstrecken übertragen. Eine Neugestaltung des Bandplans unter diesem Aspekt ist angeraten. Die neue Technik erfordert auch ein Umdenken in der Richtfunkplanung. Verschiedene Polarisationen und schmale Öffnungswinkel ermöglichen einen ökonomischen Umgang mit den einzelnen Frequenzen. Die Simplextechnik ermöglicht unter Einbussen von Geschwindigkeit auch die Mehrfachbelegung von Frequenzen. Mit steigender Nutzung der Interlinkstrecken ist es aber ratsam für genügend Frequenzkapazitäten zur Einzelnutzung zu sorgen.

Zu 3.:

Ein Wechsel von der Genehmigungspflicht zur Meldepflicht zumindest in einigen Teilfrequenzbereichen ist wünschenswert. Dies wird bereits in anderen Ländern oder auch hierzulande für BFWA-Anwendungen (Broadband Fixed Wireless Access, http://www.bundesnetzagentur.de/media/archive/11239.pdf) praktiziert. Eine Verträglichkeitsprüfung zwischen automatisch arbeitenden Stationen im HAMNET ist nicht notwendig und würde unnötige Kosten verursachen. Die Simplextechnik ermöglicht die Koexistenz mehrere Systeme auf einer Frequenz. Exklusive Frequenzen werden erst notwendig, wenn der Bedarf die Verfügbarkeit massiv überschreitet.


Zusammenfassend fällt auf, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Ausübung des Amateurfunkhobbys leider stark von den nationalen Gegebenheiten abhängen. Der Nischenbereich „automatisch arbeitende Amateurfunkstellen“ innerhalb des Amateurfunks ist davon noch stärker betroffen. Ein klassisches Beispiel ist die Kopplung von Amateurfunk mit dem bzw. über das Internet. In Deutschland wurde dies mit dem Gesetz über den Amateurfunk im Jahre 1997 möglich; in Österreich wurde dies erst viele Jahre später ermöglicht; in der Schweiz war uns noch nie eine Beschränkung bekannt und in Frankreich ist es heute noch verboten. Bzgl. des HAMNET hängt nun Deutschland der Schweiz und Österreich hinterher. Wir bitten um Verständnis, dass hier in Deutschland erst noch die rechtliche Absicherung für das HAMNET-Projekt eingeholt werden muss. In der Zwischenzeit empfiehlt es sich, Bedarf durch Beantragung von HAMNET-Frequenzen nach dem Musterantrag zu zeigen. Wo es technisch möglich ist, sollte innerhalb von ISM-Parametern bereits mit dem Aufbau begonnen werden. Publikationen über das HAMNET helfen, weitere Unterstützung für dieses internationale Projekt einzuholen.

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