Notfunk-Grundlagen

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Notfunk ist ein Aspekt des Themenbereiches "Katastrophenschutz".

Mit der Bewältigung von Katastrophensituationen und anderen großflächigen Notlagen sind behördliche Stellen beauftragt, z. B.:

  • Feuerwehr
  • Polizei
  • THW
  • die bekannten vier Hilfsorganisationen (ASB, DRK/BRK, JUH, Malteser) gehören hier zu den tätigen Gruppen. Im Bereich der Wasserettung sollte die DLRG nicht vergessen werden.

In Notsituationen handeln diese Institutionen, um Schaden von der Bevölkerung abzuwenden. Für effektives Handeln ist die genaue Kenntnis der Situation unabdingbar. Hierzu bedienen sich die Institutionen des BOS Funks. Im Bereich "Information" kann der Amateurfunk unterstützend tätig werden. Der Amateurfunk kann ergänzende Informationen beschaffen, die den behördlichen Stellen helfen, schnell und effektiv zu handeln.

Interessant ist, dass dies sogar der Deutsche Bundestag in der Drucksache 17/5672 anspricht.

Wichtig ist hierbei, dass der Amateurfunk auf "Non-Interference"-Basis tätig wird, d. h., dass er ein Angebot an die Institutionen darstellt, das angenommen werden kann und nicht muss, und dass die Tätigkeiten der OMs die Arbeit der Institutionen in keiner Weise behindern. In den USA sind derartige Überlegungen schon weit gediehen: http://www.maine.gov/tools/whatsnew/attach.php?id=59521&an=1

Für effektiven Notfunk ist es sinnvoll, organisatorisch gut vorbereitet zu sein:

  • Bündelung der Aktivitäten aller am Notfunk interessierten OMs. So gibt es neben dem DARC auch andere Gruppierungen von Funkamateuren, die sich diesem Thema verschrieben haben. Anzustreben wäre, dass sich alle diese Gruppierungen zusammenfinden und gemeinsam arbeiten.
  • Erstellen eines professionellen Konzeptes. Beweis der Tragfähigkeit durch amateurfunkinterne Feldversuche. Erst dann gezielte Kontaktaufnahme mit den behördlichen Stellen.
  • Standardisierung von Ausrüstung. Wenn die im Notfunk aktiven OMs kompatible Ausrüstung (siehe z. B. CQ DL 8-2010 S. 549, oder auch Steckernormen im Notfunk) verwenden, dann können im Ernstfall defekte Komponenten schnell ausgetauscht werden.
  • Erstellen einer Software, mit der Notfunkmeldungen erfasst und für Auswertungen verfügbar gemacht werden können. Es geht hierbei darum, den Amateurfunkbetrieb möglichst gut zu unterstützen und die Daten gleichzeitig für die behördlichen Stellen leicht zugänglich und interpretierbar zu machen.
  • Standardisierung von Frequenzen und Betriebsarten. Es sollte vorher überlegt werden, welche Betriebsarten sich auf welchen Frequenzen am Besten für Notfunk eignen. So können im Ernstfall neben dem gesprochenen Wort auch Bildinformationen wichtig sein.
  • Das Notfunkkonzept sollte sich der zur Verfügung stehenden Amateurfunk-Infrastruktur (z. B. HAMNET, Packet Radio, WinLink) bedienen - davon aber nicht abhängig sein, da auch diese Infrastruktur ausfallen kann. Weiterhin sollte das Konzept mobilen und stromsparenden Betrieb einschließen.
  • Alle OMs sollten über das Notfunkkonzept grundsätzlich Bescheid wissen. Eine Notfunkkarte mit den wichtigsten Informationen (Frequenzen, Betriebsarten, Verfahren, Ansprechpartnern) sollte in jedem Shack liegen.
  • Einrichten von Benachrichtigungswegen für den Ernstfall (z. B. über Funkruf, E-Mail-Mailing-Listen, etc.).
  • Ständige Bereitschaft herstellen (Material beschaffen, pflegen, Notstromversorgungen betriebsklar halten).
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