Gesetzgebung/Genehmigung HAMNET

Aus Amateurfunk Wiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

(by Jann, DG8NGN)

Deutschland

Erste Überlegungen WLAN-Komponenten im Amateurfunk einzusetzen scheiterten an der Verordnung zum Gesetz über den Amateurfunk (AFuV, http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/afuv_2005/gesamt.pdf). Unter $1 „Anwendungsbereich“ Ziffer 6. wird auf Anlage 1 verwiesen (Nutzungsbedingungen für die im Frequenznutzungsplan für den Amateurfunkdienst und den Amateurfunkdienst über Satelliten ausgewiesenen Frequenzbereiche). Position 19 und 21 führen die Frequenzbereiche 2320 MHz – 2450 MHz und 5650 MHz – 5850 MHz auf und sind mit den Fußnoten 9 und 13 gekennzeichnet. Die Fußnote 9 besagt, dass die belegte Bandbreite einer Aussendung maximal 10 MHz und bei Fernsehaussendungen maximal 20 MHz sein darf.

Im vierten Quartal 2008 haben wir die Bedingungen ausgelotet, unter denen wir die neue Technik auf unseren Amateurfunkfrequenzen einsetzen können - mit besonderem Augenmerk auf genutzte Bandbreite und Konformität zum DARCBandplan. Das Ergebnis dieser Arbeit haben wir dokumentiert (http://db0fhn.efi.fh-nuernberg.de/doku.php?id=projects:wlan:regulations). Für das 13cm- und 6cm-Band sind nach dem DARC-Bandplan einige Bereiche für „Digital Link“ vorgesehen. Es ergibt sich zunächst folgendes gesetzes- und bandplankonforme Einsatzszenario:

- 2362 MHz +/-2,5 MHz
- 2397 MHz +/-2,5 MHz
- 5675 MHz +/-5 MHz (im ISM-Band)
- 5685 MHz +/-5 MHz (im ISM-Band)
- 5695 MHz +/-5 MHz (im ISM-Band)
- 5815 MHz +/-5 MHz
- 5825 MHz +/-5 MHz

Für automatisch arbeitende Stationen gibt es besondere Auflagen. Zur Erinnerung: Nach $6 Ziffer 1 des Gesetz über den Amateurfunk (AFuG, http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/afug_1997/gesamt.pdf) ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie ermächtigt, die technischen Rahmenbedingungen für automatisch arbeitende Amateurfunkstellen festzulegen. Diese sind in der Verordnung zum Gesetz über den Amateurfunk (AFuV, http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/afuv_2005/gesamt.pdf) unter $13 „Fernbediente oder automatisch arbeitende Amateurfunkstellen“ geregelt. Abermals beschränkt uns hier die Anlage 1 erheblich: „Die maximal zulässige Strahlungsleistung für fernbediente oder automatisch arbeitende terrestrische Amateurfunkstellen beträgt oberhalb 30 MHz 15 Watt ERP“. Für den Individualbetrieb ist je nach Band und Lizenzklasse eine Leistung von bis zu 750 bzw. bis zu 75 Watt PEP erlaubt.

Die Verordnung zum Gesetz über den Amateurfunk sieht mit dem $16 „Technische und betriebliche Rahmenbedingungen für Amateurfunkstellen“ Absatz 2 eine Sonderregelung vor: „Die Regulierungsbehörde kann auf Antrag für besondere experimentelle und technisch-wissenschaftliche Studien mit einer Amateurfunkstelle Ausnahmen befristet gestatten. Dies kann unter zusätzlichen Auflagen erfolgen und von der Zuteilung eines weiteren Rufzeichens abhängig gemacht werden. Die besondere Regelung könnte hier neben der beschränkten Strahlungsleistung auch die begrenzte Bandbreite außer Kraft setzen.“

Auf Basis dieser Regelung wurde im ersten Quartal 2009 ein erster Antrag für eine „Experimentalfunkstelle“ mit genauer Beschreibung an die Bundesnetzagentur gesendet (http://db0fhn.efi.fh-nuernberg.de/doku.php?id=projects:wlan:proposal). Dabei wurde neben dem „wissenschaftlichen Aspekt“ besonders auf den Schutz vor ungewünschten Aussendungen, ausgelöst durch ISM-Anwender, eingegangen. Außerdem wurden mehrere Möglichkeiten der Stationsidentifizierung nach $11 „Rufzeichenanwendung“ der Verordnung zum Gesetz über den Amateurfunk aufgezeigt.Aus dem Antrag im ersten Quartal 2009 ist bis heute keine Genehmigung hervorgegangen. Nachfragen haben ergeben, dass der Antrag dem Primärnutzer des 13cm- und 6cm-Bandes zur Verträglichkeitsuntersuchung vorliegt.

Diese Situation ist für den als Experimentalfunk charakterisierten Amateurfunk unbefriedigend. Bemühungen, den Missstand zu beseitigen und zufriedenstellende Lösungen für den Amateurfunk zu erwirken, sind im Gange. Wichtig ist, dass bis zu einer endgültigen Lösung dir Primärnutzer nicht durch unüberlegte Aktionen gestört werden, was uns langfristig die Möglichkeit einer Nutzung dieses Bereiches endgültig verbauen könnte.

Leider sind bisher noch keine belastbaren Ergebnisse der Bemühungen der Interessenvertretung der Funkamateure Deutschlands greifbar geworden, die zu einer Verbesserung der Situation geführt haben. Die inoffiziellen Auskünfte aus Richtung Primärnutzer und BNetzA deuten darauf hin, dass es auf absehbare Zeit keine vereinfachte Genehmigungsprozedur (z.B. nach §16) für das HAMNET geben wird. Für das Teilnetz im Distrikt H (Region Hannover und Umland) wurde daher im April 2011 nach einer "BnetzA-Party" eine Antragsmappe für die teilnehmenden Stationen nach Mülheim geschickt. Die Zuteilungsurkunden sind im Laufe des Oktober 2011 bei den verantwortlichen Betreibern eingegangen. Die nächste Antragswelle - die nun auch die ersten Benutzerzugänge auf 2,4 und 5,8GHz enthalten wird - soll noch in 2011 im Rahmen der nächsten BNetzA-Party anlaufen. Das genehmigte Teilnetz erstreckt sich bereits im Süden, Westen und Osten bis an oder über die Distriktgrenzen von H und ist inzwischen bereits vollständig in Betrieb.

Unter dort ist ein Vorschlag an die Bundesnetzagentur erarbeitet worden, welcher die konkreten Frequenzbereiche, sowie eine mögliche Stationsidentifizierung betrifft (http://db0fhn.efi.fh-nuernberg.de/doku.php?id=projects:wlan:proposal). Auch ein Musterantrag für eine Experimentalrelaisfunkstelle ist zu finden.

Dieser dient als Möglichkeit, den Bedarf an HAMNET-Frequenzen und -Linkstrecken in Deutschland zu zeigen.

Schweiz

In der Schweiz sind laut „Vorschriften betreffend den Amateurfunk 1.3 Art. 6 Frequenzbänder“ (http://www.bakom.admin.ch/themen/frequenzen/00689/01560/index.html) 100 Watt PEP auch für automatisch arbeitende Stationen (hier unbediente Stationen) erlaubt. Eine Begrenzung der Bandbreite gibt es nicht. Eine Bewilligung der Konzessionsbehörde (hier BAKOM) für unbediente Stationen dauert wenige Tage. Die Frequenzbereiche 2300 MHz bis 2450 MHz und 5650 MHz bis 5725 MHz sind nur mit Zusatzbewilligung der Konzessionsbehörde nutzbar. Die Bearbeitungszeit liegt bei mehreren Monaten. Der Frequenzbereich 5725 MHz bis 5850 MHz kann ohne Zusatzbewilligung der Konzessionsbehörde genutzt werden.

Österreich

In Österreich sind laut „Verordnung zur Durchführung des Amateurfunkgesetzes“ (BGBl.II.Nr.390/2008 – Novelle, http://www.bmvit.gv.at/telekommunikation/recht/aut/verordnungen/afv.html) $41 für Relaisfunkstellen (speziell „bei Amateurfunk-Fernsehen und bei Verbindung von Netzwerkknoten in Packet-Radio-Netzen“) über 440MHz maximal 200 Watt ERP erlaubt. Die maximal belegbare Bandbreite beträget nach „Verordnung zur Durchführung des Amateurfunkgesetzes“ (BGBl.II.Nr.455/2003 – Novelle) $10 „für frequenzoder phasenmodulierte Aussendungen“ 20MHz. Für das HAMNET sind die Frequenzbereiche 2400 MHz bis 2450 MHz, 5670 MHz bis 5760 MHz und 5762 MHz bis 5790 MHz nutzbar (http://wiki.oevsv.at/index.php/Frequenzen_Digitaler_Backbone). Eine Bewilligung ist auch in Österreich nötig und dauert zwischen wenigen Wochen bis zu 6 Monaten.

Persönliche Werkzeuge