Echolink

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Du kannst nicht am Amateurfunk teilnehmen, weil Du keine Antennen aufbauen kannst/darfst ?

DOCH. Das geht ! Weltweit ! Mit ECHOLINK !!

Und praktisch funktioniert das so:

Nachdem Du - wie unten beschrieben - die Software auf Deinem Rechner installiert hast und Deine Zulassung per E-Mail eingetroffen ist, startest Du die EchoLink-Software. Auf Deinem Monitor siehst Du links eine Länderliste, in der Du ein Land anklicken kannst. Im mittleren Fenster siehst Du dann die Stationen, die in diesem Land qrv sind. Du kannst sie mit Doppelklick connecten. Es können einzelne OMs sein, oder auch Relaisstationen, bei denen Du ganz normal am Relaisfunkverkehr teilnehmen kannst, auch wenn das Relais in Neuseeland oder sonst wo steht. Natürlich ist dafür der Anschluss eines Mikrofons an der Soundkarte erforderlich. Bedingt durch die verschiedenen Übertragungsstrecken im Internet müssen längere Umschaltzeiten beachtet werden. Du kannst außerdem parallel zur Sprache auch kleine,kurze Texte an Einzelne versenden, wenn diese eingeloggt sind.


Echolink ist eine Betriebsart, bei der HF-Komponenten (Sender, Empfänger) per Internet gesteuert und verbunden werden können.

  • Relais können untereinander verknüpft werden
  • Rechner können Connections mit Relais machen. Der Benutzer vor dem Rechner kann dann damit Funkbetrieb über ein Relais machen. Der Client funktioniert ähnlich wie Skype, ist aber mit diesem nicht kompatibel und auch nicht mit ihm verbunden.
  • Es ist auch ein NON-HF-Betrieb zwischen Rechnern möglich, analog zu Skype.
  • Weiterhin bietet EchoLink auch die Möglichkeit z.B. mit einem Amateurhandfunkgerät über die Frequenz eines Einstiegslinks weltweite Funkkontakte mit anderen Funkamateuren (OMs, YLs) herzustellen.

Der Dienst kann aber nur von Funkamateuren genutzt werden, da zur Registrierung eine Eintragung durch das Echolink-Betriebsbüro in den USA nötig ist. Zur Registrierung muß man seine Lizenzurkunde vorlegen, um dann seinen persönlichen Account zu erhalten. Dazu reicht eine eMail mit eingescannter Urkunde im Anhang, oder aber auch ein entsprechendes FAX.

Für Clients gibt es eine Software direkt vom Echolink-Projekt, ein MS-Windows-Programm, das mit Wine aber auch unter Linux, z.B. Ubuntu, läuft. Dort gibt es inzwischen auch Apps für iPhone und Android-Handys, die ebenfalls ein direktes, komfortables Echolink ermöglichen. Auch gibt es Alternativsoftware wie SVXLINK, die ebenfalls unter Linux läuft und einen Serverdienst zur Relaissteuerung sowie den Client QTEL zur Verfügung stellt.

Streitfrage: Ist das noch Amateurfunk ?

PRO: Besonders in eng bebauten Stadtgebieten ist es oft nicht mehr möglich, vernünftige Antennen aufzubauen. Oft kannst Du dann nur mit Handfunkgeräten oder aus dem Auto heraus mit Mobilfunkgeräten "in die Luft gehen" und damit aber nur noch geringe Reichweiten überbrücken. Mit Echolink kannst Du hingegen weltweit bestimmte Relais oder einzelne Amateurfunker ansprechen, die auf dem Monitor angezeigt werden oder deren Node, eine individuelle Kennung die Dir bekannt sein muß, per Funkgerät erreichen. So kannst Du sogar Kontakte herstellen, wenn es die Bedingungen auf Kurzwelle mal nicht erlauben.

CONTRA: Durch die Abhängigkeit vom Internet erreichst Du Stationen nicht wirklich aus eigener Kraft, sondern nur, wenn Dein Zugang funktioniert und die Verbindung schnell genug ist. Das Internet kann von Staaten (oder eventuell auch von Konzernen!) abgeschaltet oder insoweit kontrolliert werden, dass Du über diesen Weg einige Länder und Leute zeitweise gar nicht mehr erreichen könntest. Wenn Du nur so qrv sein kannst, verlierst Du somit einen wesentlichen Kern des Amateurfunks, nämlich die Möglichkeit, mit vergleichsweise geringem Aufwand über die eigene Station direkt mit Menschen weltweit zu kommunizieren, vollkommen unabhängig von irgendwelchen energiehungrigen, aufwendigen Netzen.

FAZIT: Es ist verständlich, wenn manche sagen, Echolink sei kein richtiger Amateurfunk mehr. ABER: Wenn ich gar keine andere Möglichkeit habe, an diesem tollen Hobby teilzunehmen, dann besser per Echolink als eben überhaupt nicht. Ausserdem: Das Internet zu verteufeln ist zweifellos in keiner Weise sinnvoll, denn diese Technik bietet eben auch ein enormes Potential für kreative, neue Kommunikationsformen. Funkamateure sind oft als Pioniere tätig geworden. So wurde im Vorfeld mit Packet-Radio auch von den Funkamateuren einige Erfahrungen für das Internet gesammelt. Heute arbeiten Funkamateure an einem alternativen "Internet". Es nennt sich HAMNET und integriert erneut die Vorteile eines eigenen, unabhängigen Funkgeräts mit den neuen, faszinierenden Möglichkeiten der Internettechnologie.

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