DominoEX

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DominoEX ist ein digitaler Modus, der ebenfalls MFSK (Multi-Frequency Shift Keying) verwendet. Er wurde von Murray Greenman, ZL1BPU, primär für KW auf den niederfrequenten Bändern (NVIS - Near Vertical Incidence Skywave) entwickelt. Hier sind Laufzeitunterschiede ein dominierendes Problem. DominoEX verkraftet bis zu 80 ms Laufzeitunterschiede (vgl. dazu RTTY 5 ms). Zudem verkraftet DominoEX eine Frequenzdrift von bis zu 200 Hz/min. und arbeitet in der Regel ohne FEC. Zahlreiche Experimente vor allem im süddeutschen Raum (beim sog. "Digitest" des DARC OV C01) haben gezeigt, dass DominoEX11 (262 Hz Bandbreite, ca. 70 WPM) besonders für QSOs im 2-Meter-Band geeignet ist.

Während die meisten anderen MFSK-Verfahren je Ton nur ein Bit darstellen können („Symbol“), kann bei DominoEX jeder Ton mehrere Bits übertragen. Das führt zu hohen Datenraten bei niedrigen Bandbreiten. Außerdem wird das Signal robuster hinsichtlich Mehrwegausbreitung und Signal-Verzerrungen bei bestimmten ionosphärischen Bedingungen (Aurora, Polarweg).

DominoEX verwendet eine Reihe von neuen Techniken. So werden bei DominoEX die Daten nicht durch die Frequenz eines jeden Tones dargestellt, sondern von der Frequenzdifferenz zwischen einem Ton und dem nächsten (vergl. „Differential PSK“). Eine weitere Technik, Offset Incremental Keying (IFK +, Incremental Frequency Keying +) genannt, vermeidet Interferenzen zwischen den einzelnen Symbolen, die bei Mehrwegeempfang Fehler verursachen. DominoEX ist aufgrund seiner Eigenschaften besonders für Verbindungen über Reflektionen an der Ionosphäre (NVIS/Steilstrahlung) auf den unteren Kurzwellenbändern (160 bis 30 Meter) geeignet.

Es gibt derzeit zahlreiche DominoEX-Varianten: DominoEX4, DominoEX5, DominoEX8, DominoEX11, DominoEX16, DominoEX22, DominoEX44 und schließlich DominoEX88. Je höher die Zahl, desto schneller ist die Übertragungs-Geschwindigkeit. Je nach Bedingungen kann es sinnvoll sein, langsamere Geschwindigkeiten zu benutzen, während gute Bedingungen höhere Geschwindigkeiten ermöglichen. Auch besitzt DominoEX eine zuschaltbare Vorwärtsfehlerkorrektur („FEC“), die das Signal noch robuster macht, was jedoch nur in wenigen Fällen notwendig sein wird. Nachteil: Die Geschwindigkeit wird auf die Hälfte reduziert.

DominoEX bietet zudem die Option, während Eingabepausen („Idle“) einen zweiten, unabhängigen und vorab festgelegten Kurztext zu übertragen, der somit wie eine Art Bake funktioniert, und den etwa die Software FLDigi in einer separaten Fußzeile anzeigt. Es lohnt sich auf jeden Fall, DominoEX auszuprobieren, insbesondere im 80- bzw. 40-m-Band und gerade dann, wenn starkes Fading auftritt (morgens/abends) - sowie im 2-Meter-Band. DominoEX ist eine echte, schnellere Alternative zu Olivia. Der Standard ist DominoEX11 (ohne FEC).

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