Digital Radio Mondiale

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Digital Radio Mondiale ist eine standardisierte digitale Rundfunk-Betriebsart für Frequenzen bis 174 MHz. Das klassische DRM wird auf Frequenzen unterhalb von 30 MHz und das Verfahren "DRM+" auf Frequenzen oberhalb verwendet. Die Audiodaten werden mittels MPEG-4 HE-AAC v2 (oder einem der beiden verfügbaren Sprachcodecs) komprimiert und per OFDM/COFDM übertragen.

Ziel von DRM ist die Übertragung von Audio in guter "near-FM"-Qualität mit einer begrenzten HF-Bandbreite von 9 kHz (ITU-Region 1) bzw. 10 kHz (ITU-Region 2) und einer darin kodierten Datenrate von 16–26 kbit/s. Für anspruchsvollen Musikgenuss jedoch ist ein HE-AAC komprimiertes Signal mit einer Datenrate um 20 kbit/s auch mit Spektralband-Replikation nicht ausreichend.

Das Hörerlebnis kann ähnlich wie beim digitalen Fernsehen beschrieben werden: Eine hörbare Verschlechterung des Empfangs bei schwachen Stationen gibt es nicht mehr, sondern das Signal kann nicht mehr dekodiert werden und ist einfach "weg" oder nur noch stark zerhackt oder besteht aus Artefakten, die durch eine fehlerhafte Dekodierung entstehen.

DRM soll dem Rundfunkteilnehmer eine bessere Klangqualität und zusätzliche (digitale) Informationen liefern. Für den Senderbetreiber ist, neben der erhöhten Attraktivität für die Hörer, der geringere Stromverbrauch der Sender wichtig.

Ein großes Problem von DRM ist das Fehlen attraktiver Empfänger. Es gibt auch viele Jahre nach Einführung von DRM nur eine sehr übersichtliche Anzahl von Empfängern, die alle recht groß sind und einen hohen Stromverbrauch haben. Handliche Weltempfänger im Format eines Sony ICF7600 mit vernünftiger Batterielebensdauer (>10 h) gibt es nicht.

Ein anderes Problem ist die Empfindlichkeit des DRM-Signals hinsichtlich Störungen im Nahfeld (Powerline Communication PLC, LCD-Bildschirme, Schaltnetzteile, Energiesparlampen) oder auf dem Ausbreitungsweg (Fading, Mehrwegeausbreitung).

DRM+ steht gerade im UKW-Bereich in Konkurrenz zum DAB-Standard. In Deutschland wurde von den Sendeanstalten in eine flächendeckende DAB-Sendeinfrastruktur investiert, wobei jedoch nur sehr wenige DAB-fähige Empfänger (2003 ca 50000) im Gebrauch sind.

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