D-STAR Gateway Installation

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Ein D-Star Gateway verbindet einen D-Star Repeater mit einem Netzwerk. Dieser Artikel befasst sich mit der originalen Version von ICOM um den Gateway im US-Trust Netzwerk zu betreiben. Weitere Varianten findet man am Ende dieser Seite unter Links.


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Um mit einer D-STAR Relaisfunkstelle (siehe auch D-STAR_Benutzung) am weltweiten US-Trust Netzwerk teilnehmen zu können, benötigt man einen Gatewayrechner, dessen Installationsschritte hier beschrieben werden sollen. Bei der Installation sollte man sich unbedingt an die vorgegebene Reihenfolge halten, wenn nicht explizit angegeben.

Um es noch mal deutlich zu sagen: diese Seite hier beschreibt die Installation eines D-STAR Gateway PC mit der ICOM Software und verbunden mit dem US-Trust Netz. Wenn jemand weitere Beschreibungen zu alternativen Systemen hier im Wiki einstellen möchte, so soll er das bitte unbedingt tun. Interne Links dazu könnte man dann hier am Ende hinzufügen.



Vorraussetzungen

Es gibt einige Vorgaben zu Hard- und Software, speziell von ICOM Japan für die Installation der proprietären ICOM Gatewaysoftware und der von ICOM vorgegebenen Opensource Pakete Apache, Tomcat, Java, OpenSSL und Postgresql. Die Opensource Programme sind speziell für die Gatewaysoftware konfiguriert. Lediglich Bind (DNS Server) und die Entwicklertools werden vom orginal Linux verwendet (mehr dazu unten).


Hardwarevorraussetzung

CPU - 2.4 GHz oder besser
Arbeitsspeicher - mindestens 512 MB
Festplatte - mindestens 10 GB (incl. Linux)
Netzwerk - 2 LAN Anschlüsse (Intel empfohlen)


Router - LAN Seite muss das Class A Netz 10.0.0.0 mit der Maske 255.0.0.0 unterstützen
Internet - in Up- und (!) Downloadrichtung mindestens 1 MBit/s
-Adresse - Feste IP nur für Trustserver. Normale Gateways können dynmische Adressen haben.


32 oder 64 Bit - Beim Trustserver Admin Team findet man die Information, das man ein 32 Bit System verwenden soll. Auf einem 64 Bit System läuft die ICOM Gatewaysoftware nicht.


Softwarevorraussetzungen

CentOS 5 oder kompatible Versionen
Linux Kernel mindestens 2.4.20
glibc mindestens 2.3.2
BIND mindestens 9.2.1


ICOM - Die Gateway Software Version 2 (kurz G2 genannt) ist kein Opensource. Man bekommt sie nur bei ICOM direkt. Am besten direkt beim Kauf eines D-Star Repeaters mit kaufen.



Linux Download

Die Orginalanleitung von ICOM bezieht sich auf die Version CentOS 5.1, auf der auch die Installations Schritte hier aufbauen. Laut Softwarevorraussetzungen von ICOM sollten aber auch andere, gleichwertige Linux Versionen verwendet werden können (siehe oben). Update: Da aktuell die Version 5.1 als DVD ISO schon nicht mehr vorliegt, wird im Folgenden auf 5.2 verwiesen.


Linux Version, Quellen und Download

CentOS bietet unter deren Download Kategorie immer nur die aktuellen Versionen an, aber die alten sind teilweise auch noch vorhanden (Links am Ende dieses Abschnitts). Zur aktuellen 5er Version bietet CentOS auch eine kurze Mirrorliste unter der folgenden Adresse:


Auf der Seite der Hochschule Esslingen oder dem Frauenhofer Institut findet man CD- und DVD-Images, die man per FTP herunter laden kann. Achtung! Manche FTP Clients haben Schwierigkeiten Dateien größer 2GB herunter zu laden. Der kostenlose Konsolen Client NcFTP, den es für Windows und Linux gibt, hat damit keine Schwierigkeiten. NcFTP arbeitet text basiert in der Konsole, bietet aber auch dort eine übersichtliche Fortschrittsanzeige. Wer lieber einen grafischen Client sucht, nimmt z.B. den ebenfalls kostenlosen FileZilla.


In der Regel empfiehlt sich der Download des DVD ISO Images (~3,8GB):

oder


Bei CentOS findet man über die Mirrorliste auch viele weitere Seiten, von denen man die ISO Images herunterladen kann.

Die ältere Versionen (zum Teil aber nur noch CD ISOs) finden sich unter dieser Adresse:


Wichtig für alle ISOs: man sollte nach dem Download die md5- oder die sha-Prüfsumme ermitteln und mit der Prüfsumme in der jeweiligen Datei md5sum.txt oder sha1sum.txt vergleichen, die im gleichen Download Ordner zu finden sind. Prüfsummenprogramme gibt es für Windows frei zum herunterladen. In Linux sind diese normalerweise schon vorhanden, oder einfach über die Softwareverwaltung aus den Repositories nachzuladen.


ISO Image auf DVD oder CD brennen

Das heruntergeladene DVD ISO Image muss nun mit einem Brennprogramm auf eine DVD, respektive die CD Images auf CD's gebrannt werden. Dazu bieten die meisten Programme Funktionen an, die zum Teil "Abbild aufnehmen" oder ähnlich heissen.


Bei Nero, einem weit verbreiteten Brennprogramm, findet man die Funktion wenn man den Assistenten abbricht und im Programm, im Menü Rekorder dann Image brennen auswählt.


Kostenlose Tools für Windows:


Unter Linux gibt es ebenfalls grafische Tools, aber auch text basierte Konsolen Tools zum Brennen eines ISO Images. Ein sehr gut gelungenes Programm ist K3B, welches eigentlich zum KDE Zweig gehört, aber auch unter Gnome funktioniert. Für Gnome gibt es GnomeBaker als Brenntool. Wenn nicht vorhanden, kann man es einfach über die Softwareverwaltung nachinstallieren.


Auf der Linuxkonsole kann man ebenfalls CDs und DVDs brennen. Dazu verwendet man beispielsweise:

cdrecord -v speed=2 dev=1,1 cdimage.iso
   oder
growisofs --dvd-compat -Z /dev/dvdrw=imagedatei.iso


Die Angabe des richtigen Device für den Brenner ist hier zu beachten. Bei cdrecord wird eine SCSI konforme Notation verwendet und man findet seinen Brenner mit der Scanfunktion z.B. so:

cdrecord -scanbus

scsibus1:
	1,0,0	100) 'TOSHIBA ' 'DVD-ROM SD-M1712' '1004' Removable CD-ROM
	1,1,0	101) '_NEC    ' 'DVD_RW ND-2500A ' '1.06' Removable CD-ROM

Für growisofs muss man im Ordner /dev nach Brennern suchen mit:

ls -l /dev/*dvd* /dev/*cd*

lrwxrwxrwx 1 root root 3 10. Jan 13:19 /dev/cdrom -> sr0
lrwxrwxrwx 1 root root 3 10. Jan 13:19 /dev/cdrom1 -> sr1
lrwxrwxrwx 1 root root 3 10. Jan 13:19 /dev/cdrw1 -> sr1
lrwxrwxrwx 1 root root 3 10. Jan 13:19 /dev/dvd -> sr0
lrwxrwxrwx 1 root root 3 10. Jan 13:19 /dev/dvd1 -> sr1
lrwxrwxrwx 1 root root 3 10. Jan 13:19 /dev/dvdrw1 -> sr1
lrwxrwxrwx 1 root root 3 10. Jan 13:19 /dev/scd0 -> sr0
lrwxrwxrwx 1 root root 3 10. Jan 13:19 /dev/scd1 -> sr1

Zu erkennen sind diese hier im Beispiel am Zusatz rw, für rewriteable, wobei cdrw1 und dvdrw1 hier bei mir ein und derselbe Brenner sind (sr1). Das andere Gerät im Beispiel ist ein einfaches DVD-ROM (sr0).



Linux Installation

Die meisten Linuxdistributionen lassen sich heute ohne große Probleme installieren. Das gilt auch für das hier verwendete CentOS, aber wenn man die folgenden Schritte Punkt-für-Punkt abarbeitet, erspart man sich später zusätzliche Konfigurationsarbeit. In der Originalanleitung von ICOM sind viele Bildschirmfotos abgebildet, auf die hier aber verzichtet werden.


Grundinstallation von CentOS - Teil 1

  1. Boot - Die oben erzeugte Installations CD bietet schon ein Auswahlmenü für besondere Installationsarten. Die normale Installation startet man einfach durch drücken der Enter-Taste.
  2. Skip - Auf der folgenden Seite wählt man Skip, um den Test der Boot-CD zu überspringen.
  3. Next - Weiter zur Sprachauswahl.
  4. German - Auswahl der Sprache und weiter mit Next.
  5. German 105-key No Dead Keys (<= Angabe muss noch geprüft werden) - Deutsches Layout wählen.
  6. Partitionieren - Bei der Standardeinstellung, werden eventuell vorhandene Partitionen gelöscht! Dies sollte in der Regel aber in Ordnung sein. Erfahrene Anwender können hier aber auch ein eigenes Schema erstellen. (Beispiel s.u.)
  7. Netzwerk - Die ICOM Software ist auf ein bestimmtes Schema festgelegt und als erstes werden hier nun die beiden Netzwerkschnittstellen konfiguriert:
    1. eth0 - Auswählen und bearbeiten mit [Edit]:
      Aus - DHCP muss daktiviert sein
      Ein - IPv4 Support einschalten
      Aus - IPv6 deaktivieren
      Ein - eth0 soll beim Booten aktiviert werden
      IPv4 - 10.0.0.2 und 8 - Adresse des Gateway PC Richtung Internet Router. Der Prefix 8 steht für ein Class B Netz mit der Maske 255.0.0.0.
    2. eth1 - Schnittstelle zum Repeater Controller bearbeiten
      Aus - DHCP muss daktiviert sein
      Ein - IPv4 Support einschalten
      Aus - IPv6 deaktivieren
      Ein - eth1 soll beim Booten aktiviert werden
      IPv4 - 172.16.0.20 und 24 - Auf Repeaterseite wird ein Class C Netz (255.255.255.0) verwendet.
    3. Hostname - Default lassen oder eigenen Namen setzen, z.B. feldberg.localdomain.
    4. Gateway - 10.0.0.1, die Adresse des Internetrouters.
    5. Primary DNS - 127.0.0.1, Adresse von Localhost. Die 127.0.0.1 bezeichnet immer den eigenen Rechner, egal wie der Hostname gesetzt ist. Auf dem Gateway läuft später ein eigener DNS Server.
    6. Secondary DNS - Feld bleibt leer!
  8. Zeitzone - Auswählen: Europa/Berlin. Die Einrichtung eines NTP Servers erfolgt unten in Teil 2.
  9. Systemuhr - Läuft die BIOS Uhr auf UTC, muss die Option aktiviert werden.
  10. root-Passwort - Das Passwort des Systemadministrators root sollte nicht zu einfach sein. Sonderzeichen wie !$%*+# sowie Ziffern, Groß- und Kleinbuchstaben sollten kombiniert werden. Bitte das Passwort gut merken, oder an sicherem Ort notieren.
  11. Paketauswahl - Das Grundpaket Desktop - Gnome auswählen.
  12. Customize now - Unten diese Option auswählen und im folgenden Fenster wichtige Pakete auswählen.
    1. Servers - Hier das Paket DNS Name Server ankreuzen.
    2. Development/Entwicklung - Die Developement Tools bzw. die Entwicklertools ankreuzen.
  13. Installationsstart - Jetzt wird nochmal angezeigt, welche CD's benötigt werden. Bei DVD gibt es nur ein Medium.


Während der nun folgenden Installation wird ein Fortschrittsbalken und Informationen über Pakete angezeigt. Die Installation kann je nach Rechenpower, CD/DVD- und Festplattengeschwindigkeit 30 bis 60 Minuten dauern. Nach Abschluss der Installation wird man aufgefordert das neue System zu starten. Die CD/DVD wird in der Regel bei diesem Schritt automatisch ausgeworfen. Sie wird jetzt nicht mehr benötigt.


Beispiel-Partitionierung von DB0HRF:

$ df -h
Dateisystem          Größe Benut  Verf Ben% Eingehängt auf
/dev/hda2              36G  2,8G   31G   9% /
/dev/hda6             4,8G  682M  3,9G  15% /var
/dev/hda5             4,8G  139M  4,4G   4% /tmp
/dev/hda3              29G  615M   27G   3% /home
/dev/hda1             190M   22M  159M  12% /boot
tmpfs                 252M     0  252M   0% /dev/shm
$ su -
Passwort: 
# fdisk -l /dev/hda
Platte /dev/hda: 82.3 GByte, 82348277760 Byte
255 heads, 63 sectors/track, 10011 cylinders
Einheiten = Zylinder von 16065 × 512 = 8225280 Bytes

   Gerät  boot.   Anfang      Ende     Blöcke   Id  System
/dev/hda1   *         1        25      200781   83  Linux       (Primäre Partition)
/dev/hda2            26      4782    38210602+  83  Linux       (Primäre Partition)
/dev/hda3          4783      8606    30716280   83  Linux       (Primäre Partition)
/dev/hda4          8607     10011    11285662+   5  Erweiterte  (beinhaltet hda5,6+7)
/dev/hda5          8607      9243     5116671   83  Linux
/dev/hda6          9244      9880     5116671   83  Linux
/dev/hda7          9881     10011     1052226   82  Linux Swap / Solaris


Grundinstallation Teil 2

Nach erfolgreichem Start des frisch installierten CentOS werden die im Folgenden beschriebenen Konfigurationsschritte abgearbeitet.

  1. Firewall - Da der D-Star Gateway Rechner in der Regel hinter einem Hardware Router angeschlossen wird, kann man die Firewall deaktivieren. Jedoch gibt es eine Bestrebung des Trustserver Teams von K5TIT im D-Star Netzwerk erhöhte Sicherheit zu ermöglichen, was wiederum mit der Linux Firewall geschieht. Deshalb aktiviert man hier die Firewall und setzt folgende Einträge für erlaubte Ports:
    SSH und HTTPS - Die Kommunikation für diese Ports (22 und 443) können durch ankreuzen einfach aktiviert werden
    D-Star Ports - Für die eingehenden D-Star Verbindungen müssen mehrere Ports für TCP und UDP erlaubt werden. Über die Funktion Other Ports / Weitere Ports folgende Ports hinzufügen:
    20001-20005 TCP
    20001-20005 UDP
    40000 UDP
    40001 TCP
    Yes / Ja - Die oben gesetzte Konfiguration der Firewall bestätigen.
  2. SELinux - Deaktivieren - D-Star und SELinux vertragen sich nicht.
  3. Datum und Uhrzeit - Aktuelles Datum und Uhrzeit (Lokalzeit) eintragen.
  4. Network Time Protocol - Enable NTP aktivieren und unten in der Liste einen belibigen Zeitserver markieren (Einfachklick). Erweiterte Optionen müssen nicht gesetzt werden.
  5. Benutzer anlegen - Unter Linux arbeitet man in der Regel als einfacher User und holt sich Adminrechte nur, wenn man sie unbedingt benötigt. Ebenso sollte Remotelogin für root verboten werden (siehe unten zu OpenSSH).
    Username - Zum Beispiel das eigene Rufzeichen (Gross-/Kleinschreibung ist bei Usernamen fast egal, aber üblich sind nur Kleinbuchstaben).
    Real Name - Vor- und/oder Nachname z.B.
    Passwort - Passwort wählen; am besten aus Groß-, Kleinbuchsten, Ziffern und Sonderzeichen. Hier werden Groß- und Kleinbuchstaben unterschieden.
    Die Option Network Login wird nicht verwendet.
  6. Sound Card - Nicht verwendet.
  7. Additional CDs - Nicht verwendet.

Damit ist die Grundinstallation von CentOS abgeschlossen.


DNS Name Server Konfiguration

D-Star arbeitet intern mit IP Adressen im Bereich 10.x.x.x und verwaltet diese in eigenen DNS Servern, die auf jedem Gateway laufen. Die Grundkonfiguration des DNS Servers erfolgt mit einem Script von der ICOM Gatway Version 2 CD. Dazu meldet man sich an der grafischen Konsole mit root und dem anfangs gesetzten Passwort an; wir nehmen jetzt root, da wir für die Installation administrative Rechte benötigen.

  1. Terminal öffnen - CD-ROM Verzeichnis identifizieren, hineinwechseln und Script starten. Das Terminal findet man im Menü Anwendungen - Systemwerkzeuge - Terminal.
  2. mount - Dieser Befehl zeigt uns alle geladenen Laufwerke. Die CD erkennt man in der Regel am Dateisystem ISO9660 und ist unter CentOS meist als /media gemounted.
  3. cd /media/ICOM - In das Verzeichnis auf der CD-ROM wechseln.
  4. sh ds_bind-install - Script mit DNS Grundkonfiguration starten.
    y - Mit y die Abfrage bestätigen.
  5. chkconfig named on - Dieser Befehl setzt den DNS Server named auf automatisch starten beim reboot.
  6. service named restart - DNS Server Daemon (neu) starten.
  7. dig router.dstar.local - Funktionstest; Ergebnis sollte 10.0.0.1 anzeigen.



Netzwerk und Router Konfiguration

Bevor jetzt die ICOM Software installiert wird, überprüfen wir nochmal das Netzwerksetup, konfigurieren den Router und aktualisieren das Linux System. Von Zeit-zu-Zeit sollte man die Aktualisierung wiederholen. Man könnte sie auch automatisch laufen lassen, aber dann hat man keinen Einfluss auf Seiteneffekte.


Netzwerkschnittstellen

  Schnitt-  
Gerät stelle IP / Bemerkung
Router WAN Dynamische oder feste, öffentliche Internetadresse
Router LAN 10.0.0.1 /8 (255.0.0.0); kein DHCP erlaubt!
Gateway eth0 10.0.0.2 /8 (255.0.0.0); kein DHCP erlaubt!
Gateway eth1 172.16.0.20 /24 (255.255.255.0); kein DHCP erlaubt!
ID-RP2C LAN 172.16.0.1 /24 (255.255.255.0); kein DHCP erlaubt!


Eine Bemerkung noch zum 10.0.0.0 Netz: Es gibt keine genaue Beschreibung über die Verwendung des Netzes von ICOM, aber aktuell findet man in der internen Datenbank nur Einträge von 10.1.x.x bis 10.255.x.x. Der Bereich 10.0.x.x scheint also frei zu sein und kann testweise für den Arbeits- und Störungseinsatz für einen Laptop z.B. verwendet werden. Diese Angabe ist aber ohne Gewähr.


Router konfigurieren

Der Router zum Internet muss extern eine öffentliche Adresse besitzen, fest oder dynamisch. Lediglich der Trustserver, von dem es nur einen gibt (usroot.dstarusers.org), muss eine feste IP haben. Auf der internen Seite darf DHCP nicht aktiviert werden. In den NAT oder Portweiterleitungsregeln müssen die oben bereits erwähnten Ports eingetragen werden:


Von Port  Protocol  Nach Port  Protocol  Zielrechner
12345 tcp 22 tcp 10.0.0.2   *)
443 tcp 443 tcp 10.0.0.2
20001-   20001-    
20005 tcp 20005 tcp 10.0.0.2
20001-   20001-    
20005 udp 20005 tcp 10.0.0.2
40000 udp 40000 tcp 10.0.0.2
40005 tcp 40005 tcp 10.0.0.2


*) Aus Sicherheitsgründen empfiehlt es sich den SSH Port 22 von extern nicht zu verwenden. Der einfachste Weg ist, hier im Router von extern nicht Port 22/tcp weiterzureichen, sondern einen beliebigen anderen Port >1024 nach intern Port 22/tcp zu nehmen. Will man dann später von zu hause auf den Gateway zugreifen, gibt man dem ssh-Befehl den abweichenden Port als Parameter -p 12345 z.B. mit. Mit dieser Maßnahme vermindert man Einbruchversuche auf den Gateway und der ssh Dienst auf dem Gateway kann hinter dem Router weiter auf Port 22 laufen.


Linux aktualisieren

Die Aktualisierung kann bei laufender grafischer Oberfläche (GUI) über eine automatische Updatebenachrichtigung oben in der Leiste gestartet werden. In der Textkonsole hat sich bei Redhat basierten System der Yellowdog Update Manager yum durchgesetzt. Man startet ihn mit:

yum update

Sollte zufällig der automatische Updateprozess der GUI noch laufen, kann hier eine Meldung kommen, mit dem Hinweis, das die Datenbank geblockt wird und yum wartet, bis der andere Prozess aufgibt. Hinweis: der erste Update kann unter Umständen 100 oder mehr MB umfassen, die je nach Internetanbindung schneller oder langsamer vom Internet geladen werden müssen.


Je nachdem welche Pakete aktualisiert wurden, sollten sie den Server nun einmal neu starten. Dies ist immer angebracht, wenn z.B. der Kernel aktualisiert wurde, weil dieser im laufenden System nicht ausgetauscht werden kann.


Es kommt auch gelegentlich vor, das yum Konfigurationsdateien als *_rpmnew abspeichert und uns dies mitteilt. Das geschieht, wenn wir Standardkonfigurationen verändert haben, wie bei D-Star z.B. die des Nameservers BIND (named). Da weiß yum natürlich nicht, was er tun soll und überlässt dies dem Systemadministrator.



ICOM Gateway Software Installation

Die Softwarepakete auf der ICOM CD liegen als Binär- und Quellpakete vor und ein grosser Teil wird nun compiliert (in Maschinencode übersetzt) und installiert. Die eigentliche Arbeit verrichtet aber das Installationsscript, welches im nächsten Schritt erklärt wird. Der Ablauf des Scripts umfasst das Anlegen verschiedener Benutzer, Verzeichnisse und Setzen von Berechtigungen, sowie den unter Programmierern bekannten Dreisatz: config ; make ; make install.


Hinweis: Auf unserem Gateway an DB0HRF dauerte diese Installation ca. 30 bis 40 Minuten. Ebenfalls kam es zu vermehrten Compilerfehlern, die durch das Speed-Step Verfahren der CPU-Taktung hervorgerufen wurden. Nachdem die CPU fest auf 2.4GHz eingestellt wurde, verlief die Installation wie beschrieben.


ICOM Installationsroutine starten

Wie schon gesagt erfolgt die Installation mit einem Script von der ICOM Gatway Version 2 CD. Dazu meldet man sich wieder an der Konsole mit root an:

  1. Terminal öffnen - CD-ROM Verzeichnis identifizieren, hineinwechseln und Script starten. Das Terminal findet man im Menü Anwendungen - Systemwerkzeuge - Terminal.
  2. mount - Dieser Befehl zeigt uns alle geladenen Laufwerke. Die CD erkennt man in der Regel am Dateisystem ISO9660 und ist unter CentOS meist als /media gemounted.
  3. cd /media/ICOM - In das Verzeichnis auf der CD-ROM wechseln.
  4. sh dstar_gw-install - Script zur Installation starten. Es werden nun einige Variablen gesetzt und dann die Lizenzvereinbarungen der Firma Sun Microsystems Inc. angezeigt. Weiter blättern bis zur folgenden Abfrage mit der Leertaste.
    y - Mit y die Lizenzvereinbarungen für Java bestätigen.
    y - Mit y die Rolle superuser für die Datenbank bestätigen.
    Jetzt beginnt der lange Teil, in dem die Software übersetzt und installiert wird.


ICOM Gatewaysoftware konfigurieren

Bevor die Gatewaysoftware laufen kann, müssen eine Reihe Konfigurationsschritte durchgeführt werden. Zuerst korrigieren wir einen Fehler der Installationsroutine: die neu angelegten User dstar und postgres sollen sich nicht interaktiv einloggen können. Das bewirken die folgenden Befehle, die wir auf der Konsole unter dem User root eingeben müssen:

usermod -L dstar
usermod -L postgres

Insider werden nun anmerken, dass man dies auch durch Setzen der Loginshell auf /sbin/nologin realisieren könnte, aber dies darf in Falle D-Star GW nicht gemacht werden. Die User sollen später automatisiert im Hintergrund schon Shell-Scripte ausführen können, z.B. gesteuert über den Daemon cron.


Jetzt werden die beiden Konfigurationsdateien der ICOM Hauptprozesse dsgwd und dsipsvd bearbeitet. ICOM empfiehlt hier wieder den Gnome eigenen Editor. Fangen wir an mit dsgwd.conf:

gnome-text-editor /opt/products/dstar/dstar_gw/dsgwd/dsgwd.conf

Hier müssen das Haupt-Call des Repeaters (also ohne die Zusätze für Bandmodule oder Gateway) und die MAC-Adresse des Internet Routers eingegeben werden. Die MAC-Adresse steht bei den meisten Routern auf dem Typenschild, oder mal pingt den Router an mit ping -c3 10.0.0.1 und lässt sich die ARP-Tabelle anzeigen mit arp -n. Zum Beispiel:

ZR_CALLSIGN=DB0XYZ
...
DNS_MAC=00-90-96-AA-BB-CC

Nun bearbeiten wir dsipsvd.conf und ändern hier den Trust Server, der als Hostname und nicht als IP angegeben werden soll und nochmals das Repeater Call:

gnome-text-editor /opt/products/dstar/dstar_gw/dsipsvd/dsipsvd.conf
TRUST_SERVER = usroot.dstarusers.org
...
ZR_CALLSIGN=DB0XYZ

Vor dem letzen Arbeitschritt in diesem Abschnitt muss der Server nun einmal neu gestartet werden. Das erledigt der Linuxadministrator so:

cd             # ins eigene Homeverzeichnis wechseln
eject /media   # CDROM auswerfen
reboot         # Neustart ausführen. Es kommt KEINE Nachfrage mehr!


Nach dem Neustart wieder einloggen als root. Jetzt wird mit folgendem Script den Hauptuser in der Datenbank angelegt:

cd /opt/products/dstar/dstar_gw/dsipsvd
./add_user_mng.sh

Bei den folgenden Abfragen sollte man sich keine Fehler erlauben, da eine Wiederholung des Scriptes von ICOM nicht vorgesehen wurde. Bei einem Fehler muss man einen Spezialisten hinzuziehen, der den fehlerhaften Eintrag aus der Datenbank händisch entfernt. Folgende Werte eingeben:

Name - Beliebiger Name, z.B. der Vorname des Administrators.
E-Mail - E-Mailadresse für zukünftige Anwendung. Wird zurzeit garnicht verwendet.
Passwort - Dieses Passwort benötigt man später zur Administration auf der Weboberfläche.


In der originalen Anleitung von ICOM geht es nun weiter mit der Konfiguration auf der Weboberfläche, aber hier werden nun zuerst im folgenden Abschnitt die Updates von DstarUsers.Org installiert.



Gateway Updates installieren

Die Gruppe K5TIT stellt verschiedene Updates zur originalen ICOM Software bereit, die wir nun installieren müssen, um im weltweiten Netz Mitglied werden zu können.

Notwendige Updates

  • Update G2
    • Login als root
    • cd /tmp
    • wget -N dsync.dstar.info/g2_updates
    • chmod 755 g2_updates
    • ./g2_updates
  • DStarMonitor für DStarUsers.org Lastheard Liste und D-PRS (APRS) Infos an jfindu.com
    • cd /tmp
    • wget http://dsyncg2.dstarusers.org/dsm_installer_g2
    • sh dsm_installer_g2
    • Das Script fragt Parameter ab:
      • Längengrad in Englischer .-Schreibweise. Zum Beispiel +50° 47' 54.00" = 50.798333
      • Breitengrad in Englischer .-Schreibweise. Zum Beispiel +9° 27' 45.00" = 9.4625
        • (Tipp: mit http://maps.google.de/ kann man die Koordinaten finden. Zum Beispiel sucht man nach +50° 47' 54.00", +9° 27' 45.00" und bekommt dann in einer Sprechblase die Dezimalwerte angezeigt.)
      • Repeater A Voice Frequenz: -bleibt leer, wenn kein 23cm Modul vorhanden-
      • Repeater A Data Frequenz: -bleibt leer, wenn kein 23cm Modul vorhanden-
      • Repeater B Voice Frequenz: -bleibt leer, wenn kein 70cm Modul vorhanden-
      • Repeater C Voice Frequenz: -bleibt leer, wenn kein 2m Modul vorhanden-
        • bei DB0HRR ist z.B. nur 2m vorhanden. Dort steht dann bei C: 145.700 -0.6 MHz
      • Versorgungsgebiet (geschätzt) in Meilen: auf Bergen erreicht man sicher 40 und mehr. In Städten hier kleineren Wert wählen.


Optionale Erweiterungen

Optionale Tools, die man aber immer mal brauchen könnte:




Aufnahme im weltweiten Netz

Wenn das System nun auf aktuellem Stand ist, wird es von den Trust-Server Administratoren im Gesamtsystem aufgenommen. Man nennt dieses Verfahren Approve. Dies wird in der Regel immer einmal täglich um 3 Uhr UTC gemacht. Den Status dieses Vorgangs und den Status des eigenen Repeaters kontrolliert auf der Website: http://dsyncg2.dstarusers.org . Dort steht in der Übersicht bei neuen Repeatern in Rot: Not Approved by Trust Server. Beeinflussen kann man dies leider nicht. Sollte aber nach ein paar Tagen der Status immer noch nicht ändern, dann muss man eine Mail an die Admins senden, mit der Bitte um Aufnahme ins System. Die Adresse: Trust-Server-Admins (at) DStarUsers.Org.


Über die zuvor genannte Seite sieht man auch immer -also auch in Zukunft- den Status des eigenen Gateways. Am Ende dieser Seite http://dsyncg2.dstarusers.org ist dann aufgeführt, welche Schritte eventuell auszuführen sind, wenn Probleme auftreten sollten. Zum Beispiel könnte dort stehen: dplus = Not current, dann muss dplus aktualisiert werden.



Gateway aktivieren

Administrator freischalten

Nachdem unser neuer Gateway approved ist, können wir unseren Datenbankeintrag für den Administrator freigeben. Dazu öffnen wir die Web-Admin-Seite unseres Gateway unter https://10.0.0.2/Dstar.do (!Achtung! Auch wenn man lokal auf dem Gateway sein sollte, darf man nicht 127.0.0.1 nehmen. Immer nur 10.0.0.2 lokal verwenden.). Der Login erfolgt mit dem Repeater Rufzeichen in GROßBUCHSTABEN und dem bei der Installation verwendeten Passwort. Man sieht dann 5 Arbeitsbereiche:

  1. Multicast Information
    hier kann man später Multicast-Gruppen definieren.
  2. User Information
    Administration der an diesem Gateway registrierten User, einschließlich dem Admin
  3. GW Information
    Auflistung aller Gateways
  4. Terminal Information
    Auflistung von Datenbankeinträgen nach Zielrufzeichen, Area oder Zone
  5. Personal Information
    Name, Mailadresse, Passwort und eigene Terminals verwalten.

Im Bereich User Information schaltet man nun den eigenen Gateway frei, indem man bei License das Häckchen setzt und auf Update klickt.


Gateway Terminals anlegen

Nun legt man im Bereich Personal Information die notwendigen Terminals an. In der Regel benötigt man ein Terminal je Band-Modul und einen Eintrag für den Server (Gatway-Rechner) selbst:

 	  	       Initial   RPT          IP         Hostname
x	 1. DB0HRR	  C 	  x 	 10.255.69.32	 db0hrr-vhf-dv 
x	 2. DB0HRR	  S 	  	 10.255.69.33	 db0hrr-server 

In der Tabelle sind Beispiele von DB0HRR angegeben. Zu beachten ist hier, dass beim ersten Modul (hier nur 2m vorhanden) der Haken bei RPT gesetzt werden muss. Wird der Eintrag für den Server nicht gesetzt, bekommt man unnötige Einträge in /var/log/dplus.log. Mit dem Terminal-Eintrag für den Server, verschwinden diese, was das Log etwas übersichtlicher macht.



Schlussbemerkung

Die Änderung des initialen Runlevel von 5 nach 3 bewirkt, das der Server im Textmode startet. Ein Server sollte nicht im Grafikmode laufen, um Resourcen zu sparen und mögliche Fehlerquellen auszuschließen. Alle zukünftigen Arbeiten werden in der Textkonsole ausgeführt, bzw. von extern per SSH und HTTPS. Im Bedarfsfall kann aber lokal am Rechner mit dem Befehl startx die grafische Oberfläche gestartet werden.

  1. gnome-text-editor /etc/inittab - Globales System Startscript bearbeiten. Zeile:
    id:5:initdefault:
    ändern in
    id:3:initdefault:



Links und Quellenangaben

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