Amateurfunk für Laien

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Wenn uns Laien fragen, was Funkamateure eigentlich machen – beliebig erweiterbar – unsortierte Sammlung mit kurzen (hoffentlich ) verständlichen Erklärungen

Dich ärgert der unübersichtliche und sich täglich ändernde Handy-Tarifdschungel ? Künstliche Bremsen im Netz bei höherem Datenaufkommen ? Ständig neue Endgeräte, die aber bei Netzausfall wertlos sind ? Vielleicht ist Amateurfunk eine Alternative oder: Funkst Du schon oder bist Du noch auf Facebook ?


1.) Viele machen die Lizenz nur, um legal mit Sendern experimentieren zu können, und sagen gar nichts auf den Bändern.
Einer der Hauptgründe ist:
Amateurfunk ist Bildung und Vermittlung von Wissen. Amateurfunk ist Breitenbildung. Dort können auch Menschen sich mit (vorrangig) Technik und Technologien auseinander setzen, die sie so nie erfahren würden. Amateurfunk erschließt Menschen eine neue Welt. Die Welt der Elektrotechnik. Ebenso ist es eine kleine "Weiterbildung" für Leute vom Fach, die allerdings bisther nur wenig oder nichts mit Hochfrequenztechnik zu tun hatten.
Der Amateurfunk kann auch Wissenschaftliche ergebnisse hervorbringen bzw. Forschung überprüfen und erweitern. Neue Erkenntnisse können getestet, überprüft und widerlegt werden. Verfahren können verfeinert oder praktisch erprobt werden.

2.) Du kannst auf den UKW - Bändern Satellitenfunk in andere Länder und Kontinente machen, und das sogar mit relativ kleinen Anlagen. Mit größeren Antennenanlagen kannst Du auch MS- oder EME- Verbindungen machen. ( EME = Erde-Mond-Erde Verbindungen, wobei der Mond als Reflektor benutzt wird und MS = Meteorscatter, wobei Meteoritenschauer als Reflektoren benutzt werden ).

3.) Stehende Bilder lassen sich in SSTV oder FAX per Funk übertragen.( ein Bild wird Zeile für Zeile übertragen )

4.) Bewegte Bilder ( sogar in Farbe ) in ATV ( = Amateurfunkfernsehen ), inzwischen (2009) sogar digital

5.) Du kannst QSL-Karten und Diplome sammeln(QSL = schriftliche Bestätigung für eine Verbindung )

6.) Dich sportlich bei Fuchsjagden betätigen( Fuchsjagd = Veranstaltung im Freien, wobei Sender im Gelände versteckt werden, die ich mit Hilfe eines Empfängers finden muss) neuerdings auch "Geocaching" = mit GPS-Empfängern Standorte finden

7.) an Contesten und Fielddays teilnehmen ( Fieldday = im Freien Funken = es werden Masten, Zelte und Funkstationen draußen aufgebaut und innerhalb einer vorgegebenen Zeit heißt es, möglichst viele Verbindungen zu anderen Stationen zu tätigen, wobei der benötigte Strom selbst - über einen Generator - erzeugt werden muss )- ( Contest = kann auch von einer Feststation = 230 V-Netz gefahren werden)

8.) Dich in Telegrafie mit der Morsetaste betätigen( CW = internationale Sprache = in der Telegrafie gibt es einen internationalen Schlüssel, den jeder Kurzwellenfunkamateur zur Prüfung bis vor Kurzem beherrschen musste, und damit kann ich mich mit Funkamateuren aus allen Ländern unterhalten, selbst wenn zwei Partner keine gemeinsame "normale" Sprache haben ! )

9.) das gesellige Beisammensein ( im OV oder im DARC ) genießen oder auch gestaltend eingreifen ( OV = Ortsverband; DARC = Deutscher Amateur Radio Club )

10.) Dich in fremden Sprachen üben ( per Funk )

11.) Ausbreitungsbedingungen erforschen ( + Wetterbeobachtung )

12.) automatische Stationen betreiben ( z.B: Relais, Digipeater, Mailboxen, Satelliten usw.) und, und, und..............

Und in letzter Zeit ist auch im Amateurfunk der Computer immer mehr auf dem Vormarsch. In unserem Multimedia-Zeitalter - bei immer mehr Vernetzung, auch am Arbeitsplatz - gibt mir dieses Hobby spielerisch die Möglichkeit, meine Kenntnisse zu erweitern und so " am Ball " zu bleiben . Fast alle eben aufgeführten Betriebsarten lassen sich mit dem PC verwirklichen. Und fast alles, was der PC kann, lässt sich auch drahtlos über Funk in alle Welt übertragen. Heute - im Jahre 2010 - kann ich mit dem PC weltweit Amateurfunk machen, ohne ein Funkgerät und ohne eine Antenne haben zu müssen: Über Echolink ! (im Internet). Die Lizenz ist aber auch dafür erforderlich.

Echolink ist ein Programm, bei dem ich auf dem Bildschirm sehe, wer in welchem Land gerade ansprechbar ( qrv ) ist, und den kann ich dann gezielt ansprechen. Ich kann mir aber auch in irgendeinem Land ein Relais aussuchen, dieses connecten und dann darüber hören, wer gerade dort "in der Luft " ist und diesen ansprechen. So kann es sein, dass ich mit Jemandem spreche, der gerade mit seinem Auto durch New York fährt, der auf seinem Schiff gerade den Panamakanal passiert oder der am Nordpol einen Schneesturm abwartet.

Außerdem gibt es inzwischen digitale Relais ( D-Star ) auf den Bändern 144 MHz und höher, die zum Teil eine Gatewayanbindung haben. Das bedeutet, ich kann z.B. mit einem kleinen Handfunkgerät ein solches Relais ansprechen und mich darüber mit anderen Relais in Deutschland, Europa und der Welt verbinden lassen. Allerdings brauche ich dafür Geräte, die D-Star-tauglich sind.

Und es gibt eine riesige Menge an Software für alle möglichen Anwendungen im Rahmen des Amateurfunks, vom einfachen QTH-Locator-Berechnungsprogramm ( QTH = Standort) bis hin zu Programmen, die Satelliten automatisch ( unter Steuerung der Antennen) verfolgen können - ein riesig weit gefächertes Gebiet von Anwendungen im Rahmen unseres Hobbys, und täglich kommt Neues hinzu !

Natürlich kannst Du Dich auch darauf beschränken, von zu Hause aus einfach nur allem - auch den Rundfunksendern der Welt - zuzuhören ( SWL = short wave listener). Dazu brauchtest Du noch nicht einmal eine Lizenz.

Viele Funkamateure arbeiten in technischen Betrieben und treiben dort die Entwicklung voran, z.B. bei DESY, NASA usw. Wenn Du also einen Job in diesen Branchen suchst, ist eine Amateurfunklizenz sicher kein Nachteil in Deinen Bewerbungsunterlagen.

Eine neue Entwicklung ist seit 2010 das HAMNET. Hier entwickeln Funkamateure ein dem Internet vergleichbares Netz für Funkamateure, das unabhängig vom Internet funktionieren wird, aber nur für Funkamateure zugänglich ist, und in dem man verschiedenste Anlagen fernsteuern kann.

Einer der interessantesten Aspekte dieses Hobbys ist vielleicht: Über dieses Medium kannst Du schnell Freunde in aller Welt gewinnen. Das fängt im eigenen Wohnort an: Über Funk kannst Du Menschen aus allen Schichten, aus allen Berufen und mit den verschiedensten Interessen kennenlernen und Dich mit ihnen anfreunden. Wohin Du auch kommst auf der Welt, überall gibt es Funkamateure und überall bist Du als solcher willkommen, auf allen Kontinenten unserer Welt, und immer hast Du Ansprechpartner, die Dir gern weiterhelfen, ohne Ansehen von Nationalität, Weltanschauung, Religion oder Ähnlichem.

Sicher hast Du in den Medien mal von Hilfeleistungen durch Funkamateure bei Naturkatastrophen gehört. Auch das ist ein wichtiger Aspekt unseres Hobbys, und Funkamateure in allen Ländern der Welt können bei solchen Ereignissen kurzfristig ( und meist als Erste ) helfen !

Jeder Funkamateur wird Dir berichten können von Kontakten, die sich aus einem ersten Gespräch zu einer engen Verbindung, ja vielleicht Freundschaft entwickelt haben, sei es im gleichen Wohnort oder zu Funkamateuren in fernen Ländern. Hast Du das einmal selbst erlebt, dann hat der Virus Dich infiziert, dann wirst Du Dein Leben lang mit Freude Funkamateur sein.

Wenn alle Menschen so offen und vorbehaltlos miteinander umgehen würden, wären wir schon ein Stückchen weiter in der friedlichen menschlichen Entwicklung. Wir Funkamateure können jeder für sich ein wenig dazu beitragen, weil unser Hobby über alle Grenzen geht. Und deshalb bin ich froh (und ein bisschen stolz), dazu zu gehören.'

PS: Weitere Infos zu diesem schönen Hobby findest Du auf der Homepage des Deutschen Amateurradioclubs ( DARC )

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