Langdraht

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Langdraht- bzw. endgespeiste Antennen sind bei Funkamateuren sehr beliebt, weil sie einfach aufzubauen und relativ unauffällig sind. Ein Dipol hat seinen Speisepunkt in der Mitte, folglich muss da eine Leitung angeschlossen werden.

Inhaltsverzeichnis

Bauformen

Langdrahtantennen können auf zwei unterschiedliche Arten konstruiert werden:

  • Wenn sie elektrisch λ/2 (oder Vielfache davon) lang sind, sind sie am Speisepunkt sehr hochohmig und folglich nur über resonante Anpassglieder zu betreiben. Ohne Umschaltmaßnahmen sind sie deshalb oft Monoband-Antennen.
  • Weiter verbreitet sind Langdrahtantennen, die auf Amateurfunkbändern bewusst nicht in Resonanz sind und deshalb über einen 1:9-Balun oder eine automatische Matchbox an das Koaxkabel angepasst werden.

Resonante Bauformen

Bild:Langdrahtantenne.jpg Die Fuchsantenne ist eine endgespeiste Antenne, die mittels eines Schwingkreises abgestimmt wird. Sie beginnt unmittelbar am Ausgang des Schwingkreises, ist eine gegen Erde erregte Antenne und ist am Speisepunkt hochohmig.

Bild:Zeppelinantenne.jpg Die Zeppelinantenne (kurz Zepp genannt) ist eine endgespeiste Antenne, die mittels einer abgestimmten 1/4-Lambda Hühnerleiter (Feederleitung) gespeist wird. Nur ein Leiter des Feeders wird an die Antenne angeschlossen, der andere bleibt offen. Sie kann auch als Mehrbandantenne konstruiert werden. Der Einspeisepunkt ist hochohmig.

Nicht resonante Bauformen

Bei λ/4-Resonanz ist eine endgespeiste Antenne besonders niederohmig, bei λ/2-Resonanz besonders hochohmig. Dazwischen bewegt sich die Impedanz meist im Bereich von mehreren 100 Ω. Zudem enthalten viele Transceiver ein Anpassglied, mit dem sie Antennenimpedanzen zwischen z.B. 20 Ω und 200 Ω anpassen können. Diese Ausgangslage führte zu ausgesprochen preiswerten Antennen mit einem 1:9-Balun.

Die wesentlich teurere Alternative ist eine Automatik-Matchbox am Antennenfußpunkt, mit der Koaxkabel und Sender sauber angepasst werden können. Allerdings kostet selbst eine Groundplane mit 1:9-Balun nur etwa 1/3 einer Automatik-Matchbox.

Problem Speisestrom

Eine endgespeiste Antenne, vor allem wenn sie nicht in λ/2-Resonanzbetrieben wird, muss mit Antennenstrom gespeist werden. Dieser Strom muss irgendwo herkommen. Unterdrücken des Stromflusses mit einer Mantelwellendrossel führt dazu, dass sich die Antenne nicht mehr anpassen lässt. Verwendet man einfach den alten Fernsehantennenmast am Dach als Gegengewicht, vagabundiert die Hochfrequenz beim Senden durch das ganze Haus. Umgekehrt fängt sich eine so geerdete Antenne diverse Störungen aus dem Haus ein. Diese Eigenschaft ist wohl der Hauptgrund für das schlechte Image endgespeister Antennen.

Eine endgespeiste Antenne braucht also ein Gegengewicht, das ein Dipol schon von sich aus hat oder das man einer Groundplane (auch endgespeist!) in Form eines Radial-Netzes gibt. Für dieses Gegengewicht gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Die Antenne wird zwar am Haus aufgehängt, aber am anderen Ende gespeist. Die Ableitung wird auf oder unter dem Boden bis zum Haus geführt und liefert so die nötige Erdverbindung. Eine Mantelwellendrossel vor dem Eintritt ins Haus verhindert das Einkoppeln von Störungen in den Empfänger.
  • Der Einspeisepunkt erhält ein eigenes Gegengewicht und wird gegen die Aufhängung elektrisch isoliert. Dieses Gegengewicht kann z.B. ein λ/10 langer Stab sein, der die Antenne jenseits des Speisepunktes ergänzt.


Fragenkatalog

Klasse A

  • TH 125
  • TH 128
Persönliche Werkzeuge