Erhebungswinkel

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Der Erhebungswinkel gibt an, in welchem Winkel gegen die Horizontale eine Antenne ihren höchsten Antennengewinn hat.

Inhaltsverzeichnis

Bedeutung des Erhebungswinkels

Kurzwelle

Auf Kurzwelle bestimmt der Erhebungswinkel ganz wesentlich, ob sich eine Antenne eher für DX-Betrieb oder für geringere Entfernungen eignet.

  • Beispielsweise für Notfunk hängt man die Antennen häufig bewusst sehr niedrig auf, damit der Erhebungswinkel sehr groß wird und man deshalb innerhalb von wenigen 100 km möglichst große Feldstärken erzielen kann.
  • Für DX-Betrieb strebt man möglichst geringe Erhebungswinkel an. Einmal strahlt man dann flacher in die Ionospäre ein, was die maximal nutzbare Frequenz (MUF) erhöht und die Zahl der bis zum Ziel nötigen Reflexionen (Hops) verringert. Außerdem blendet die Antenne dann QRM aus der näheren Umgebung (bis zu ein paar 100 km) besser aus.
  • Im Lang- bis Mittelwellenbereich und auf den ganz hohen Kurzwellenbändern kann man sich häufig nicht auf die Reflexionen an der Ionosphäre verlassen und nutzt deshalb die Bodenwelle. Dafür optimiert man die Antennen auf möglichst niedrige Erhebungswinkel.

UKW und höher

Abgesehen von EME, Satellitenfunk und einigen exotischen Ausbreitungswegen (z.B. Reflexion an Flugzeugen) wünscht man in diesen Frequenzbereichen eine möglichst flache Abstrahlung. Alle Sendeenergie, die nach oben abgestrahlt wird, geht verloren.

Bodeneffekt

Praktisch jede Antenne strahlt auch den Boden an, der die Strahlung dann reflektiert. Bei dieser Reflexion wird die Phase um 180° gedreht. Die direkte Strahlung und die am Boden reflektierte Strahlung überlagern sich mit dem Ergebnis, dass der Erhebungswinkel größer wird. Meist ist dieser Effekt unerwünscht. Nur in wenigen Fällen kann man ihn nutzen, etwa bei EME-Betrieb mit kleinen Antennen: Wenn der Mond vielleicht 20° über dem Horizont steht, führt der Bodeneffekt zu zusätzlichem Antennengewinn.

Der Bodeneffekt ist bei horizontal polarisierten Antennen bedeutend stärker als bei vertikal polarisierten. Deswegen strahlt eine Groundplane flacher als ein horizontal aufgehängter Dipol.

Zu welchen Ergebnissen ein niedriger Erhebungswinkel führen kann, zeigt beispielsweise die 10m-Bake DL0IGI: Die Bake steht auf einem Fernmeldeturm auf einem Berg, der Bodeneffekt ist also minimal. DL0IGI ist deshalb noch in 150 km Entfernung problemlos über die Bodenwelle aufzunehmen. Auch der Standort an einem Abhang senkt den Erhebungswinkel, wie z.B. DL4NO untersucht hat.

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