Effektiv- und Spitzenspannung
Aus Amateurfunk Wiki
Die Spitzenspannung [1] ist der Wert der Amplitude einer Wechselspannung, also die größte Abweichung eines Spannungswerts von der Nullinie.
(Der Begriff darf nicht verwechselt werden mit dem Wert "U Spitze - Spitze"[2]! Damit sind beide Spitzenspannungen gemeint, also der Wert des positiven Spannungsmaximums addiert mit dem Betrag (= ohne Vorzeichen) des negativen Spannungsmaximums.)
Unter Effektivwert [3] der Wechselspannung versteht man den Wert einer Wechselspannung, der den gleichen Effekt (gleiche Leistung) an einem ohmschen Widerstand (z. B. einer Glühlampe) hat, wie eine entsprechende Gleichspannung. Bei sinusförmigem Verlauf der Wechselspannung beträgt der Effektivwert 70,7% oder 1/Wurzel aus 2 der Spitzenspannung.
Dreheiseninstrumente (mechanisches Messwerk, eher selten) ermitteln den Effektivwert und zeigen diesen an, ebenso digitale Multimeter mit der Option "true RMS" (root mean square, Effektivwert).
Drehspulinstrumente mit Gleichrichtung (mechanisches Messwerk, typisch für Vielfachmesser mit Zeiger) ermitteln den Gleichrichtwert und zeigen mittels umgerechneter Skala den Effektivwert an, der aber nur für sinusförmige Spannungen richtig ist!
Beim Zusammenhang zwischen Effektivwert und Spitzenwert findet sich also der Grund für den Effekt, dass ein Netztrafo mit einer Ausgangsspannung von 10 Volt (Effektivwert) nach der Gleichrichtung mit einem Brückengleichrichter (je 2 Dioden pro Halbwelle) eine Spannung von 13 Volt am Kondensator erzeugt: 10 V mal Wurzel 2 = 14,4 Volt Spitzenspannung minus 2 mal Durchlassspannung der Dioden (je 0,7V) = 14,4 V - 1,4 V = 13 Volt.
