ARDF
Aus Amateurfunk Wiki
Amateur Radio Direction Finding oder auf deutsch AmateurfunkpeilenDie sportliche Variante des Amateurfunks.
Dabei müssen zu Fuß mehrere versteckte Sender mit Hilfe von Peilempfängern gesucht und gefunden werden. Wer die meisten Sender sowie das Ziel in der kürzesten Zeit findet ist Sieger.
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Voraussetzung
Gibt es eigentlich keine. Da nur empfangen wird, braucht der Teilnehmer nicht einmal eine Amateurfunklizenz. Somit kann von jung bis alt jeder nach seinem "sportlichen Elan" bei den Wettbewerben mitmachen. Wer keinen Peilempfänger sein eigen nennt, kann ihn sich meist beim Veranstalter ausleihen.
Überblick
Peilveranstaltungen finden auf vielen Ebenen statt. In Ortsverbänden treffen sich die Peiler meist ohne feste Regeln, zum Beispiel mit Jugendlichen im Ferienprogramm. Ab Distriktsveranstaltungen gibt es ein festes Regelwerk. Dort werden vor allem die technischen Grundlagen und die Durchführung der Wettbewerbe beschrieben. Am oberen Ende der Wettbewerbe steht dann die Weltmeisterschaft. Diese findet im zweijährigen Rhythmus wechselweise mit den IARU-Region-Meisterschaften statt. Hier sind nur Mannschaften der einzelnen Länder zugelassen. In Deutschland werden die Mitglieder der Mannschaft über spezielle Ranglistenwettbewerbe ausgesucht. Einer dieser Ranglistenwettbewerbe ist gleichzeitig auch die Internationale Deutsche Meisterschaft im Amateurfunkpeilen.
Frequenzen
Es finden hauptsächlich Wettbewerbe im 80m und im 2m Amateurband statt.
Im 80m Band sind die Sendeantennen vertikal polarisiert. Die Sendeleistung beträgt etwa 1 bis 5 Watt. Die Modulationsart ist CW (A1A). Als Empfängerantennen dienen Ferritstab- oder Rahmenantenne.
Im 2m Band ist die horizontale Polarisation üblich. Die Sender haben zwischen 0,5 und 2 Watt Sendeleistung. Als Modulation wird AM (A2A) verwendet. Hier werden Empfänger mit Yagi- und HB9CV-Antennen verwendet.
Wettbewerbe
Es werden meist 5 Sender versteckt, die zeitgesteuert nacheinander auf der gleichen Frequenz senden. Zur Unterscheidung der Sender werden Morsezeichen verwendet (MOE, MOI, MOS, MOH, MO5). Die Sendezeit pro Sender beträgt 1 Minute. In dieser Zeit kann der Sender angepeilt und gesucht werden. Zur Kontrolle des Auffindens wird eine Stempelung verwendet, bei größeren Wettbewerben geschieht dies elektronisch. Die Streckenlänge kann zwischen 3 und 10 km betragen. Der Veranstalter stellt eine Karte des Geländes zur Verfügung. Damit kann der Teilnehmer seine Route zu den Sendern und zurück zum Ziel planen und kontrollieren. Hat der Teilnehmer einen Kompass, kann er damit die Richtung der Peilungen ermitteln und diese auf die Karte übertragen. Damit die Wettbewerbe auch rechtzeitig beendet werden, gilt meist eine Zeitbeschränkung von 120 Minuten. Als zusätzliche Hilfe zum Finden des Zieles wird dort ebenfalls ein Sender aufgestellt. Dieser sendet dauerhaft auf einer zweiten Frequenz.
Sonderformen
Foxoring
Hier werden die ungefähren Senderstandorte auf der Karte eingezeichnet. Die Sender werden nur noch im Nahfeld gepeilt. Dadurch können Sender mit kleinen Leistungen von wenigen Milliwatt eingesetzt werden. Diese senden ununterbrochen und alle auf der gleichen Frequenz. Somit müssen die Wettkämpfer sich nicht an die Sendezeiten halten und sind dauernd in Bewegung. Foxoring eignet sich besonders gut für Sommerferienprogramme mit Kindern und Jugendlichen.
Blindenwettbewerb
Findet auf ebenen und unbewachsenen Gelände statt. Der Teilnehmer wird begleitet um ihn vor Gefahren zu schützen. Der zu suchende Sender wird dauerhaft eingeschaltet. Ist dieser gefunden, wird auf den nächsten Sender umgeschaltet. Auch hier gilt ein Zeitlimit.
Sprint
Sprintwettbewerbe sind eine neue Wettkampfform, um in der Öffentlichkeit für den Amateurfunkpeilsport zu werben. Hierbei senden die Sender nur jeweils 12 Sekunden, zudem sind die Streckenlängen sehr kurz gehalten. Es werden zwei Sätze zu je fünf Sendern verwendet, welche auf zwei verschiedenen Frequenzen senden.
Großraum-Fuchsjagd
Bei einer Großraum-Fuchsjagd peilen die Teilnehmer von zu Hause einen Sender, der in einem großen Gebiet versteckt ist. Sie geben ihre Peilwerte über Funk an eine Leitstation weiter.
Die Leitstation kann aus den (nur ihr bekannten) Koordinaten des Senders und den Koordinaten jedes Teilnehmers einen Sollpeilwert ermitteln. Sieger ist, wer die geringste Abweichung zwischen Sollpeilwert und angegebener Peilung erreicht hat.
Zusätzlich versuchen mobile Peilteams, den Standort des Senders während der Wettbewerbszeit zu erreichen.
Bei der Großraum-Fuchsjagd wird auch die Fähigkeit aller Teilnehmer geübt, den Ausgangspunkt einer Betriebsstörung, beispielsweise auf einem Relais, gemeinsam rasch zu erkennen.
Eine Großraum-Fuchsjagd wird regelmäßig im Einzugsbereich des Zugspitz-Relais DBØZU durchgeführt.
