Öffentlichkeitsarbeit auf Youtube

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Im Vorstands-Blog hat DARC Vorstandsmitglied OM Mitch angeregt, dass die OVs Youtube als Medienkanal nutzen sollen. Wer mit einem Camcorder schon einmal Filme gemacht hat, weiß, dass es nicht ganz einfach ist, einen guten Film zu machen. Folgende Hinweise haben sich als nützlich erwiesen:

Inhaltsverzeichnis

Aufnahmetechnik

  • Immer mit Stativ aufnehmen! Verwackelte Bilder sind schrecklich unprofessionell. Sie sind allenfalls tolerierbar, wenn man einen Film wie Blair Witch Project drehen will :-) Aber so will niemand von euch enden...
  • Möglichst keine Schwenks. Und wenn schon Schwenks, dann extrem langsam. Jeder schnelle Schwenk überfordert die Aufnahmegabe des menschlichen Auges. Ein Schwenk transportiert deutlich zu viele Informationen, die der Mensch nicht verarbeiten kann.
  • Auf das richtige Licht achten. Wenn der Hintergrund zu hell ist, wird der Mensch im Vordergrund automatisch dunkel. Lichtverhältnisse müssen mit einer kleinen Testaufnahme dringend getestet werden, sonst war die gesamte Aufnahme umsonst.
  • Das Mikrofon sollte entweder ein Richtmikrofon sein, oder der aufgenommene Referent sollte ein drahtloses Kehlkopfmikrofon tragen. Eingebaute Mikrofone eignen sich nur für Aufnahmen in kurzem Abstand. 2 Meter sind schon fast zu viel.
  • Eine Weitwinkel-Objektiv schadet nicht. Gerade, wenn man in Gebäuden aufnimmt. Im Freien schadet es auch nicht. Teleobjektive sind problematisch, weil Verwackelungen sehr drastisch zur Geltung kommen.

Regie

  • Wenn man einen Film schneiden muss, ist er meistens schlecht. Besser, man muss nicht schneiden. Jedes herausgeschnittene Stück schmerzt und fehlt oft im Fluß der dargestellten Inhalte.
  • Optimalerweise überlegt man sich vor Aufnahmebeginn, was man aufnehmen will, und wie lange die Aufnahme werden soll.
  • Wie bei einem Erlebnisaufsatz in der Schule hat ein Film auch einen Spannungsbogen. Man sollte sich also überlegen, wie man den Zuschauer "bei der Stange" hält.
  • Nichts ist spannender als Information. Filme, die über interessante Ereignisse, Selbstbauprojekte Vereins-Events usw. erzählen, sollten wie eine Reportage bei ARD, ZDF und Co wirken. Das ist auch nicht schwierig, und es klappt meistens, wenn man das explizit versucht. Wenn man es aber nicht versucht, wird die Aufnahme einfach unattraktiv.
  • Dialekt ist kein Problem. Dialekt ist authentisch, wirkt 'echt'. Aber man sollte versuchen, trotzdem informativ zu sein. Lange Sprechpausen und viele "äääh"s sind nicht gut. Das kann man vermeiden, wenn man sich vor der Aufnahme überlegt hat, was man eigentlich zeigen will.
  • Länge: Nicht länger als 15 Minuten! Kein Beitrag in der Tagesschau ist länger als 15 Minuten! Das hat einen guten Grund. Längere Filme erfordern deutlich mehr Vorbereitung, Planung, Bürokratie, wenn sie gut werden sollen. Außerdem ist bei Youtube 15 Minuten eine harte Grenze. Längere Filme werden nicht angenommen.
  • Bitte keine Vorträge filmen. Vorträge sind auf Youtube oder ATV die langweiligsten Sendungen, die man produzieren kann.
  • Am Anfang des Films sollte man immer das eigene Rufzeichen, den Tag und den Ort der Aufnahme nennen. Das Video könnte später auch auf ATV ausgestrahlt werden. Da ist es ganz nützlich, wenn man das Video etwas einschätzen kann.
  • Am Ende des Films sollte man nicht einfach abbrechen, sondern ähnlich wie bei den Reportagen in der Tagesschau noch einmal eine "Abmoderation" machen: ..."Dies war DG1XYZ für das ATV-Magazin des ATV-Relais DB0MHB". Oder "Dies war ein Bericht von der GHz-Tagung Dorsten von DK1XYZ".
  • Kinofilme haben einen schriftlichen Vorspann und einen Abspann. Tagesschau-Beiträge nicht. Was wollen wir jetzt produzieren? Einen Kinofilm oder einen journalistischen Beitrag? Wenn man eine Anmoderation und eine Abmoderation macht, wie beschrieben, spart man sich den schriftlichen Vorspann. Außerdem ist er eh langweilig.
  • Es ist lehrreich, den Profis von der Tagesschau kritisch zuzuschauen: Warum erzählen sie den Inhalt ABC genau in dieser Reihenfolge? Wie sind die Reportagen aufgebaut? Wie wechseln sich Landschaftsaufnahmen mit Interviews ab? Warum? Wieviele Personen sind auf dem Bild? Sieht man den Interviewer oder steht er hinter der Kamera? Was wirkt gut?

Konvertierung

  • Das Schweizer Messer zur Konvertierung von Filmen ist ffmpeg
  • Moderne HD-Kameras (vor allem Canon) produzieren einen MTS-Stream und legen diesen in Dateien ab. Diese Dateien kann man unter Linux ganz einfach zusammenkopieren, indem man sie hinten dranhängt:
cat datei1.MTS >> ganzerfilm.MTS
  • Allerdings sind HD-Videos sehr groß. Man muß sie daher manchmal kleiner machen. Besonders beim Upload zu Youtube ist es empfehlenswert, sie bereits auf dem heimischen Rechner zu verkleinern und für das Youtube-Format vorzubereiten:
ffmpeg -i infile.MTS -ab 56 -ar 22050 -s 480x272 -aspect 16:9 outfile.flv
  • Die Videos kann man mit vlc kontrollieren.
  • Unter Windows gibt es wohl auch diverse Programme, aber gute Programme kosten meist Geld.

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